
Die Kurzen (Singles, EP) Longplay (LP, CD) Re-Issues Live Gigs Fanzines Unsigned Talent Album des Monats News Links
Letztes Update: 07. März 2010
Kicks
on 45 ! – Die besten Singles aller Zeiten!
– Teil 3
Angeregt
durch ähnliche Aktivitäten im Leserforum des deutschen Rolling Stone habe ich mich
entschlossen, hier nach und nach meine liebsten 7“45s vorzustellen. Mit
Coverabbildung (soweit möglich) und mit einer meist kurzen Erläuterung zu der
jeweiligen Single. Daraus wird eine All-time Top 100 Liste entstehen. Denn jedes Mal wenn ich hier neue Singles
einstelle, werde ich sie auch in meine Bestenliste
aufnehmen. Diese Liste wird wachsen und sich verändern. Und es werden, wenn 100
erreicht sind, auch wieder einzelne Singles rausfliegen.
Das
hier ist die dritte Seite mit meinen 7“45 Favoriten. Los geht’s auf dieser Seite.
The
Pink Floyd – See Emily Play / Scarecrow (EMI /
Columbia, 1967)
Ich
glaube mit dieser Single begann meine Liebe zu psychedelischer Popmusik. Ich
hab’ sie wohl zum ersten Mal im Spätsommer 1967 gehört. Diese
„geheimnisvollen“ Klänge, die wahrscheinlich durch allerlei Studiotricksereien entstanden, nahmen mich sofort gefangen.
Ein Faible für solch verschrobene, abgedrehte Klangexperimente habe ich seither
behalten. Dazu diese ungewöhnliche Melodie bzw. Melodieführung, die
Rhythmuswechsel, der merkwürdige Text, den ich nicht recht zu deuten wusste.
Eigentlich ein überkandideltes Kinderlied mit ein bisschen Mummenschanz, bin
ich heute geneigt zu sagen. Aber die Faszination ist immer noch da. Auf der
Rückseite dann ein wirkliches Kinderlied. Syd Barrett pur. Dieser Mann war so genial. So begnadet talentiert. Schade um
ihn. Scarecrow klingt auch heute noch wundervoll. Ein
Kleinod. Ohne Syd Barrett
wurden Pink Floyd zu einer anderen Band. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Diese Single habe ich leider damals nicht gekauft. Wer zu spät kommt, der zahlt
dann eben. Mein Exemplar ist nicht mal besonders gut erhalten, und dennoch habe
ich vor rund 15 Jahren fast 50 DM dafür hinlegen müssen. Es war es mir wert. So
einfach ist das. Ein neuwertiges Exemplar der deutschen Ausgabe mit Pic Sleeve dürfte wohl heute
nicht unter 150-200 € zu haben sein. Das Coverbild hat übrigens Syd Barrett selbst
gezeichnet.
Jefferson Airplane
– White Rabbit / Plastic
Fantastic Lover (RCA Victor, 1967)
Noch
eine Single aus dem „Summer of Love“. Ich kannte sie zwar schon
damals, aber richtig für mich entdeckt habe ich sie erst ein paar Jahre später,
als ich mich intensiver mit Fantasy Themen in der
Literatur (Lewis Carroll, Tolkien u.a.) beschäftigte.
Der Song von Grace Slick zitiert ja „Alice in Wonderland“ und fordert mehr oder weniger offen zu
Drogenexperimenten auf. Man kann ihn natürlich auch als Aufforderung hören,
sich zu emanzipieren von den Eltern und Spießbürgern. Und so war er bestimmt
zum Teil auch gemeint. Aber die Aufnahme ist auch sonst großartig, bahnbrechend und schlicht perfekt! Dieses aus der
klassischen spanischen Musik entlehnte Arrangement, das sich zum Ende hin immer
weiter steigert. Grace Slicks unglaubliche Stimme.
Alles ganz wunderbar! Auch die B-Seite ist ziemlich klasse. Geschrieben von
Marty Balin ist es eine typische psychedelische
Folkrock Aufnahme. Jefferson Airplane waren nicht
ohne Grund eine der Speerspitzen der Haight Ashbury
Szene. Dieses hier ist ihre beste Single in meinen Ohren. Aber eigentlich waren
sie schon damals fast eher eine Album Band. Auch wenn es ganz großartige
einzelne Tracks gibt (die oft nicht mal als Single erschienen), Jefferson Airplane LPs sind mehr Gesamtkunstwerke. Bis zum Ende der Sixties zumindest für mich die wichtigste Band aus San
Francisco. Die Single hab’ ich erst viel später gekauft. So richtig
preiswert bekommt man sie wohl heute nicht mehr.
Simon Dupree and The
Big Sound – Kites / Like The Sun Like The Fire (Parlophone, 1967)
Obwohl diese Single im Oktober 1967
in England erschien (kurze Zeit später auch in Deutschland) kannte ich sie
damals nicht. Dabei hätte sie wunderbar zu meinen Lieblingsklängen gepasst. So
richtig kennen gelernt habe ich den Song über den Umweg Finnland Anfang der
80er Jahre. Die finnische Version des Titels „Leijat“
(wörtliche Übersetzung) von Kirka gehört zu den
Lieblingsliedern meiner Frau. Und so interessierte ich mich natürlich für das
Original. Es ist eine ganz wunderbare Psych Pop
Nummer. Tolles Arrangement mit Glöckchen und Gong, das den fernöstlichen Touch,
den der Song auch textlich aufweist, noch unterstreicht. Dieses Fake Mandarin im Mittelteil, das sehr charmant von Jacqui Chan gesprochen wird, trägt auch dazu bei, dass die
Single einzigartig klingt. Dabei war die Band selbst mit dem Song und der
Aufnahme zunächst überhaupt nicht glücklich. Als R&B Gruppe von den drei Shulman Brüdern 1965 in Portsmouth
gegründet, empfanden die Musiker den Titel als nicht sehr passend für sich und
weigerten sich auch, ihn live zu spielen. In England eine Top 10 Single, in
Finnland zumindest als Coverversion ein Hit, aber in Deutschland Fehlanzeige.
Nicht die erste und nicht die letzte großartige Single, die hier kein Hit
wurde. Oft hängt so was ja auch von irgendwelchen Zufällen ab. „Kites“ blieb der einzige richtige Hit der Band. Als The Moles nahmen die Jungs 1968
eine verschrobene psychedelische Novelty Single auf,
die von manchen Zeitgenossen für ein unerkanntes Werk der Beatles gehalten
wurde. 1969 mutierten Simon Dupree & The Big Sound zu Gentle Giant. Doch das ist eine andere Geschichte, die nicht in
eine Singles Rubrik gehört. Die B-Seite der vorliegenden 7“45 „Like The Sun Like
The Fire“ ist eine
etwas konventionellere, nicht so einzigartige Psych
Pop Aufnahme. Warum die italienische Zweigstelle von EMI daraus die A-Seite
machte, verstehe ich nicht. Jedenfalls scheint sich die Single in Italien doch
etwas häufiger verkauft zu haben als in Deutschland. Mein vorliegendes
italienisches Exemplar fand ich über eBay relativ
schnell und einigermaßen günstig. Eine deutsche Pressung mit Bildhülle
hab’ ich dagegen noch nie gesehen.
Sonics Rendezvous Band – City
Slang (mono) / City Slang (stereo) (Orchidé Records, 1978)
Auch zu dieser Single kam ich über
zeitliche Umwege. Als Christoph Ellinghaus Anfang der
90er vom Organisieren der Tourneen für Sub Pop Bands
die Nase voll hatte, beschloss er, mit dem verdienten bzw. gesparten Geld ein
eigenes Label zu Gründen. Bei der Suche nach einem Labelnamen fiel ihm eine
legendäre aber weitgehend auch unbekannte Single ein, deren Verursacher Fred
„Sonic“ Smith schon lange zu seinen
Helden zählte. Und so nannte Christoph sein Label City Slang. Als ich von der
Geschichte kurz darauf erfuhr, weckte das meine Neugier. Wenn jemand wie
Christoph, dessen Arbeit und Musikverständnis ich schon damals durchaus
schätzte, sein Label nach einer Single benennt, dann muss ich die hören. Das
Auftreiben der Original 7“ hat allerdings ein paar Jahre gedauert. Ich
hab’ sie schließlich bei einem Punk und Power Pop Fan gegen eine handvoll
anderer seltener Singles eingetauscht, von denen ich zumindest eine inzwischen
wieder händeringend suche. So ist das Leben. „City Slang“ ist ein
ganz formidabler Rocksong, der ein sonderbares Eigenleben entwickelt, wenn man
ihn ein paar Mal gehört hat. Unvermutet hat man die ungewöhnliche Melodie, die
eigentlich ohne echte Strophe/Refrain Abfolge auskommt, den treibenden,
rastlosen Rhythmus plötzlich an der Supermarkt-kasse
im Kopf. Oder nachts auf einsamer Landstraße im Auto. Ganz zu Anfang und dann
wieder nach dem Break in der Mitte der fünfminütigen Aufnahme markiert ein
erdiger Bass jeden zweiten Beat, bildet ein monotones und doch
unverwechselbares Riff. Die Gitarren zerren und dengeln gnadenlos. Bis an die
Schmerzgrenze. Grandios! Eine der besten Rock Singles, die ich kenne.
Aufgenommen bei einer Session 1976 blieb sie die einzige offizielle
Veröffentlichung der Band auf eigenem Label in einer auf 1000 Stück limitierten
und nummerierten Auflage. Die Sonic’s
Rendezvous Band entstand nach dem Auseinanderbrechen der MC5 um 1975/6 aus
deren Asche sozusagen. Mit dabei war übrigens auch der Drummer der Stooges Scott Asheton. Eine
Detroit Super Group also. Die Band ist heute Vorbild für unzählige Rock Combos
der härteren urwüchsigen Sorte. Die schwedischen Hellacopters
haben den Song im Repertoire und sogar eine sehr am Original orientierte
Tributsingle veröffentlicht. 1976 spielte die Sonic’s
Rendezvous Band in Detroit im Vorprogramm der Patti Smith Group. Zwei Jahre
später waren Fred und Patti ein Paar. Die 80er verbrachten sie mit der
Erziehung ihrer gemeinsamen Kinder, und sie traten kaum in der Öffentlichkeit
auf. Fred starb leider viel zu früh am 5. November 1994. – Die originale
Single ist kaum zu finden und wenn man sie denn findet, nicht ganz billig. Es
gibt aber inzwischen zwei postume LPs der Sonic’s
Rendezvous Band.
The Seers – Lightning Strikes
/ Graveyard Of Love (Rough Trade, 1988)
Ich glaube diese Band und die
Aufnahme hier sind immer ein Geheimtipp geblieben. Leider hab’ ich The Seers nie live gesehen. Sie
sollen eine unglaublich dynamische, aufregende und energiesprühende
Bühnenpräsenz gehabt haben. Vergleichbar vielleicht Social
Distortion, The Flaming Sideburns oder Melrose. Aber die letzten beiden Bands kennt
ja auch kaum jemand. The Seers
sind Engländer. Ursprünglich eine Punk Band, die sich aber durch das Garage und
Psychedelic Revival in den
80er Jahren mehr in diese Richtung entwickelt hat. Ihre zweite Single war denn
auch ein Cover des Titels „Magic Potion“ von The Open Mind.
Die erste und beste Single der Seers ist das hier.
„Lightning Strikes“
ist eine Ausnahmenummer. Hier stimmt alles. Tolle Melodie, tolles Gitarrenriff,
ein charismatischer Sänger mit einer herrlich klagenden Stimme. Die Produktion
ist typisch für den Garagenrock der späten 80er. Drums
relativ präsent und hart. Neben schweren Gitarren Clustern sorgen Keyboard
Flächen hier und da für Sounddichte. Aber nie driftet das ins Seichte oder
Süßliche wie etwa bei U2 oder später den Manic Street
Preachers. Melodieführung und Gesang haben –
dem Song angemessen – etwas trotzig Tragisches. Es geht hier nämlich um
den authentischen Fall eines Kriegsveteranen, der zum Amokschützen wird. Die
Single wurde von der BBC seinerzeit nicht gespielt, weil man
Gewaltverherrlichung vermutete. Offenbar hat dort niemand das Werk wirklich
angehört. Die B-Seite „Graveyard Of Love“
ist ein zeittypischer Garage Pop Song. Hübsch, aber längst nicht so aufregend
wie die A-Seite. The Seers
veröffentlichten neben zwei, drei weiteren Singles eine LP bevor sie sich
Anfang der 90er mangels Erfolgs auflösten. Diese Single kam nur als 12“
in den Handel. 7“45 Exemplare gibt es nur ohne Pic
Sleeve als Promos. Die
12“ taucht zwar nicht oft auf, ist aber auch nicht sehr teuer.
The
Von Bondies – C’mon C’mon
/ Love Is Like A Drug (Sire Records, 2003)
Eigentlich
mochte ich diese Band nicht so recht. Ihre Live Gigs in Berlin, deren Augen-
und Ohrenzeuge ich war, fand ich unbefriedigend. Die Band arrogant, schlecht
gelaunt und lustlos. Der Sound laut, breiig und eher nervtötend als betörend.
Als ich dann diese Single das erste Mal hörte, war ich völlig geplättet. Das
sollte dieselbe Band sein? Nun, um es kurz zu machen, die Single ist wohl eine
Ausnahmeerscheinung, ein Glücksfall. Eine sehr gelungene, zeitgemäße, also
aktuelle Garage Pop Nummer. Klasse Dynamik. Diese kleine Bassfigur, die den
Track einleitet, ist wunderbar. Wenn Jason dann anfängt zu singen, legt er
gleich alle Inbrunst alles Verlangen in seine Stimme. Eigentlich gibt es ja nur
diese rausgeschrieene eine Strophe. Refrain? Nix da.
Ich liebe diese vor Energie und Lebensfreude strotzende kleine Punk Hymne. Nach
kaum mehr als zwei Minuten ist sie auch schon vorbei. So müssen Garage Punk
Singles sein. Die B-Seite „Love Is Like A Drug“ ist dann typischer moderner Garage Rock,
wie er von vielen Bands gespielt wird. The Von Bondies kommen übrigens aus Detroit. Die Band besteht aus
zwei Frauen und zwei Männern. Sie entstammen wohl der gleichen Szene wie The Detroit Cobras und The White Stripes. Sofern man da von einer Szene sprechen
kann. Die 7“45 ist bereits nicht mehr so leicht zu bekommen.
The Supremes – Love Is Here,
And Now You’re Gone / There’s No Stopping Us Now (Tamla Motown, 1967)
Obwohl Soul Music und vor allem die
Platten der Motown Hitfabrik auch in Deutschland
spätestens seit 1965 regelmäßig in den Charts waren, ging diese Musik
weitgehend an mir vorbei. Lediglich ein paar wenige Hitsingles besaß ich schon damals.
Die erste war diese hier. Eigentlich nicht mal ein großer Hit der Supremes. Jedenfalls nicht hierzulande. In den USA war es
eine Nummer Eins. Ich glaube, ich kaufte die Single eher zufällig aus einer
Grabbelkiste für eine Mark. Doch in der Folgezeit hörte ich sie
unzählige Male immer wieder. Diese Musik, obschon Popmusik amerikanischer
Provenienz, war anders. Anders als die gewohnte Beatmusik. Dieses
vergleichsweise bombastische Arrangement mit Streichern und Harpsichord wie bei
einer Filmmusik einerseits, andererseits dieser eher ungewöhnliche Rhythmus,
der nur auf den ersten Blick bzw. beim ersten Hören so gerade und
nachvollziehbar ist, wie bei vielen Beatbands der Zeit. Aber was mich vor allem
begeistert, das sind diese Frauenstimmen, die Mehrstimmigkeit. Und die Dramatik
des Vortrags. Vor allem wenn die Solostimme in den Vordergrund tritt und mit so
einer stolzen Endgültigkeit in Sprechgesang verfällt. Alle anderen Stimmen und
der instrumentale Background treten bewusst ganz zurück. Die Lead Vocals kommen natürlich von
Diana Ross, die schon längst die führende Rolle in dem Trio spielte.
Aufgenommen wurde die Single nicht in Detroit, in der Motown
Hit Factory, sondern in Los Angeles. Das
Produzententeam Holland / Dozier wollte ganz bewusst einen Filmsound, wie ich
inzwischen nachlesen konnte. Aber letztlich wurde die Rhythmus Sektion dann
doch noch mal mit den Funk Brothers in Detroit neu eingespielt. Die Rückseite
der Single ist aber schon typischer Motown Soul von
der Sorte, mit der The Supremes
berühmt wurden. Ich glaube nicht, dass die Single sehr selten und sehr teuer
ist.
Smokey
Robinson & The Miracles – The Tears Of A Clown / I’ll Take You
Any Way That You Come (Tamla Motown, 1970)
Einer
der größten Hits des Tamla Motown
Labels und von Smokey Robinson & The Miracles zugleich. Robinson
wollte die Miracles bereits verlassen, weil er von
ständiger Tour Routine und damit verbundenen Anstrengungen die Nase voll hatte.
Aber als diese Single im Herbst 1970 überraschend ein Nummer Eins Hit zunächst
im UK und dann auch in den USA wurde, blieb er noch weitere zwei Jahre bei der
Band. „Tears Of A Clown“ erschien
ursprünglich bereits 1967 auf dem Album „Make It Happen“. Die Musik stammt von Stevie Wonder und seinem Produzenten Hank Cosby, der auch den Instrumentaltrack produzierte, den die beiden Robinson zu
Weihnachten 1966 schenkten. Die Textidee kam Robinson, weil er die Aufnahme als
Zirkusmusik empfand. Der enttäuschte Liebhaber weint die Tränen eines Clowns,
der seine Trauer und Verletzung hinter der Maske aufgesetzten Lachens verbirgt.
Das deutsche Single Cover konterkariert den Song eher. Diese Single ist ein
sehr gutes Beispiel für den am Mainstream
orientierten Pop Soul der späten 60er Jahre. Und sie ist auch ein Beispiel
dafür, wie großartig diese Musik trotz aller Kommerzialität
und Charts Orientierung war. Die Singleversion ist ein Remix
des ursprünglichen Albumtracks. Sie erschien im UK
und in den USA mit verschiedenen B-Seiten. Die hier bei dieser deutschen
Ausgabe verwendete B-Seite ist eine dritte Variante. Ein Song der zuerst als Albumtrack 1969 veröffentlicht wurde. Die Single ist weder
selten noch teuer.
Judy
Clay & William Bell – Private Number / Love-Eye-Tis
(Stax, 1968)
Ein
weiteres Beispiel für grandiosen Soul Pop, dieses Mal allerdings aus dem Süden
der USA aus Memphis. Ich hörte den Track zum ersten Mal auf BFBS (dem
britischen Soldatensender in Deutschland) vermutlich im Sommer 1968. Für mich
war das der perfekte Lovesong. Diese langsame Steigerung in Melodie und
Arrangement und dazu die einschmeichelnden Gesangsstimmen. Das klang nach etwas
Geheimnisvollem, Verbotenem. Hört sich aus heutiger Sicht etwas albern an, aber
so war’s. Judy Clay und William Bell waren beide schon länger aktive
Soulsänger. Aber dieses Duett war wohl für beide ihr größter Hit. Judy Clays
Solosingles wurden und werden zum Teil in Northern
Soul Kreisen geschätzt. Nachdem bei ihr 1974 ein Gehirntumor diagnostiziert
wurde, zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück. Nach ihrer vollständigen
Genesung 1979 sang sie nur noch Gospel. 2001 starb sie an den Folgen eines
Autounfalls. William Bell gehörte sozusagen zur Stamm-Mannschaft von Stax Records, und er veröffentlichte etliche Solosingles in
den Sixties und auch noch später. Mit Otis Redding
war er wohl befreundet. Er sang auf vielen Redding Tracks Backing
Vocals. „Private Number“
wurde ebenso wie die B-Seite „Love-Eye-Tis“
(eine typische Memphis Soul Nummer) geschrieben von Booker
T. Jones und William Bell. Meine Single ist eine UK Pressung, die ich in London
irgendwann in den späten 70ern kaufte. Aber eine deutsche Pressung gibt es mit
Sicherheit, auch wenn ich noch keine gesehen habe. Nicht sehr teuer vermutlich.
The Chud
– Don’t Call Me Batman / Rumble At The
Love-In (Twang!, 1986)
Wir machen einen großen Sprung nicht
nur zeitlich, auch stilistisch. Berlin im Jahr 1985 war eines der Zentren des Sixties Garage und Psychedelic Revivals in Deutschland. Von der breiten Öffentlichkeit, ja
sogar von der Mehrzahl der Musikinteressierten weitgehend unbeachtet tat sich
da was im popmusikalischen Untergrund. Und ich war mittendrin. „Don’t Call Me Batman“ war die dritte Veröffentlichung meines Twang! Labels und die erfolgreichste dazu. Die Nummer lief
im Tagesprogramm zweier Berliner Radiosender relativ regelmäßig im Sommer 1986.
In den USA wurde die Single „nationwide“
vertrieben. „Batman“ ist eine typische Bubblegum
Garage Pop Nummer mit eingängiger Melodie und für das Genre relativ gefälliger
Produktion. Das Cover von Andreas Marschall trug sicher auch noch zur
Popularität der Platte bei, die zum 80er Batman Fieber fast ein Jahr zu früh
erschien. Aber daran hatten wir eh nicht gedacht. Die Rückseite der Single ist
etwas wilder und imgrunde völlig „over the top“,
will sagen absolut großartig in Bezug auf Trash und
Geschmacklosigkeit. Der Track wurde von einem gewissen Oliver Huzly co-produziert. Eine andere
Version des Songs erschien auf einer US-Garage Compilation
bei Dionysus Records. The Chud – oder The Cannibalistic Humanoid
Underground Dwellers, wie sie nach dem namensgebenden Splatterfilm
eigentlich ausgeschrieben hießen – waren eine der chaotischsten und
zugleich talentiertesten Bands dieser Szene. Die Band war in unterschiedlichen
Besetzungen bis in die frühen 90er aktiv und hinterließ neben dieser Single
noch zwei weitere und zwei LPs (alle auf LSD Records), sowie etliche Beiträge
zu Samplern. Musiker der Band sind zum Teil noch
heute in anderen – weder sehr bekannten noch sehr erfolgreichen –
Formationen unterwegs. Die Single ist sicher nicht teuer, aber auch nicht so
leicht zu finden.
Dolkows
– Silent Woods / Old Mr. Cutter (GAGA
Goodies, 1987)
In Schweden war ein weiteres Zentrum
der weltweiten Neo-Garage Musik Szene in den 80ern. Eine junge Band, die erst
vergleichsweise spät in Erscheinung trat, waren die Dolkows
aus Malmö. Ihre erste Single und die folgende LP erschienen beim ebenfalls erst
ein Jahr zuvor gegründeten GAGA Goodies Label in
Finnland. „Silent Woods“ ist für die Zeit
typischer Garage Rock, ja eigentlich sogar mehr Power Pop. Fette
Gitarrenakkorde, schwer verhallte Gesangschöre, und eine ziemlich prominente
druckvolle Rhythmus Sektion. Doch viel besser und überzeugender ist in meinen
Ohren die Rückseite der Single. Beginnend mit einer a capella
Einleitung der Leadstimme, gefolgt vom Background
Chor und einem kraftvollen Einsatz der Rhythmusgruppe hat der Track sofort die
ungeteilte Aufmerksamkeit jeden Zuhörers. Neben den Gitarrenbreitwänden, den
Rhythmus Breaks und der allgemeinen Dynamik der Aufnahme ist es vor allem der
mehrstimmige Gesang, der hier überzeugt. Produziert hat das Ganze ein gewisser
4-eyed Thomas in den Mistlur Studios in Stockholm.
Unter seiner Regie entstanden einige Aufnahmen schwedischer Garage Bands wie The Nomads z.B., die alle für
ihren unverwechselbaren Sound berühmt sind. Die Dolkows
wechselten nach der ersten LP zu Amigo Records und waren bald in Schweden
äußerst erfolgreich vor allem bei einem überwiegend weiblichen Teenager
Publikum. Das war neben ihrem Äußeren (junge, sportliche, gut aussehende
Männer) auch dem immer mainstreamiger und poppiger
werdenden Sound ihrer Platten geschuldet. Ihre dritte LP war bereits dermaßen
überproduziert, dass die Garage Rock Gemeinde sich naserümpfend abwandte. Die
Teenies waren aber auf Dauer keine zuverlässige Anhängerschaft. Und so zerfiel
die Band bereits Ende 1992 wieder. Diese Single hier dürfte nur schwer
aufzutreiben sein. Besonders teuer ist sie aber wohl nicht.
The
Stems – At First Sight / Grooviest Girl In Town (White
Label Records, 1987)
Wir
bleiben im Genre, wechseln aber auf die gegenüberliegende Seite des Globus. Aus
Perth in West Australien kommen The Stems. Ihre ersten beiden sehr Garage Rock typischen
Singles erschienen beim legendären Citadel Label. Das
hier ist ihre dritte Single und die erste für eine
größere Company. Eine Single mit der Dom Mariani und
seine Mitmusiker sich noch eindeutiger dem Power Pop und einem klaren
durchsichtigen Sound zuwandten. Diese Gitarrensounds und –arrangements definieren quasi ein ganzes Genre von Eighties Guitar Pop. Ein Sound,
der schon damals längst nicht so viele Menschen erreichte, wie es eigentlich
wünschenswert und vor allem nötig gewesen wäre, damit Bands wie The Stems über einen Geheimtipp
und Insider Status hinaus kommen könnten. Die Single war in den Hörercharts von
Radio 100 (dem linksalternativen Berliner Sender zwischen 1987 und 1991)
wochenlang Nummer Eins bis weit ins Jahr 1988 hinein. Bei uns in der
Vinylwarenhandlung Twang-Tone verkaufte sich die
Single wie geschnitten Brot. Aber woanders wohl nicht. Woanders gab es sie auch
kaum. „At First Sight“ ist wie gesagt
eine ganz großartige Power Pop Single. Tolle Melodie, perfektes Arrangement,
saubere Produktion. In meinen Ohren die beste Single der Band und eine der
besten australischen Singles überhaupt. Die B-Seite ist mehr Garage Pop, ein
fast nur instrumentaler Track mit prominenter Vox
Orgel, lediglich die Titelzeile wird mehrfach gesungen. Sehr groovy und ideal für die Garage Disco. Die Single taucht
hin und wieder mal auf, kostet aber meist einen zweistelligen Euro Betrag.
The
Beach Boys – Wendy /
Meine
erste Beach Boys Single. Ich kannte zum Zeitpunkt des Kaufs dieser Platte
irgendwann im Sommer 1967 bis auf „Barbara Ann“ und „Sloop John B“, die beide große Hits in Deutschland
waren und noch hin und wieder im Radio liefen, absolut nichts von den Beach
Boys. Aber nicht nur deshalb ist mir diese Single hier besonders ans Herz
gewachsen. Die Aufnahme ist aus dem Jahr 1964 und erschien zuerst auf der LP
„All Summer Long“ in jenem Jahr. Warum dieser Track 1967 in
Deutschland als Single veröffentlicht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich
bin aber sehr froh darüber. Denn diese schlichte und zugleich betörende Melodie
sowie das großartige Arrangement sind nicht nur typisch für den Beach Boys
Sound, wie ich ihn liebe, sie sind zugleich ein treffliches Beispiel für
makellosen unschuldigen Teenpop, den es so heute wohl nicht mehr gibt. Ein
knackiger Bass, der den Track führt, wunderbare Harmony
Vocals, ein grandioses Farfisa
Orgel Solo. Die Drums setzen nur knappe Akzente. Ein
tieftrauriger Song über die Verflossene, der Kraft und Hoffnung aus der Musik
schöpft. Und das alles in zwei Minuten und 15 Sekunden. Vorbild dürfte der US
Girl Pop Sound aus dem Hause Spector gewesen sein.
„Mountain Of Love“ auf der Rückseite ist
vom Party Album aus dem Jahr 1965. Es ist die Coverversion eines Country Pop Songs von Harold Dorman
und klingt ähnlich wie „Barbara Ann“ und andere „Party
Kracher“ von jener LP. Ob die Single selten oder teuer ist, kann ich
nicht sagen. Ich glaube aber weder das eine noch das andere.
The Cowsills
– The Rain, The Park
& Other Things / River Blue (MGM, 1967)
Nicht
nur in San Francisco trug man Blumen im Haar im Sommer der Liebe 1967. Auch in
New York und dem vorgelagerten Rhode Island standen
die Zeichen auf Sunshine Pop im wahrsten Sinn des
Wortes. The Cowsills waren
eine Familienband, gegründet zu Beginn der 60er Jahre und bald im Gefolge der Beatlemania aktiv. Vier Brüder, alle noch minderjährig,
machten sich zunächst lokal einen Namen und veröffentlichten ab 1965 auch
Singles, jedoch ohne größeren Erfolg. Der Durchbruch kam mit dieser
wundervollen Sunshine Flower
Pop Single im Herbst 1967, bei der auch Mutter Barbara mit von der Partie war. Klassisches Pop Arrangement mit Harfen, knackigem Bass,
Elektro-Orgel, dezenten Drums, mehrstimmigem Gesang
und mild psychedelischen Effekten sowie eine tolle Melodieführung machen die
Aufnahme so grandios. Die Single kletterte bis auf Nummer zwei in den Billboard Charts und blieb der größte Hit der Cowsills. 1968 schloss sich auch Schwester Susan der Gruppe
an, die 1969 mit „Hair“ (dem Song aus dem
Musical) einen weiteren Top 2 Hit landete. Susan Cowsill,
die damals noch fast ein Kind war, gehörte in den späten 90ern zusammen mit
Vicki Peterson (ex-Bangles) zur Roots
Pop Gruppe The Continental Drifters.
The Cowsills dienten Anfang
der 70er der TV Serie The Partridge
Family als Vorbild. Die B-Seite der Single hier ist
eher unspektakulär aber hübsch. Mein Exemplar stammt aus Dänemark. Das deutsche
Cover ist aber auch nicht besonders schön. Es zeigt die Gruppe aus einiger
Entfernung auf einem Balkon; kein gutes oder gar komponiertes Foto, eher ein
zufälliger Schnappschuss. Über Seltenheit und Wert der Single kann ich nichts
Definitives sagen.
The Misunderstood – Children Of The Sun / I Unseen (
Die Geschichte dieser Band tragisch zu nennen, wäre sicher noch eine
Untertreibung. John Peel entdeckte sie Mitte der 60er Jahre in Riverside im südlichen Kalifornien. Im Nachbar County San Bernardino arbeitete
er damals als Radio DJ. Über sein erstes Konzerterlebnis mit der 5-köpfigen
Band schrieb er seinerzeit: „When they played, I couldn’t believe what I was hearing. The
shopping mall was filled with the roar and thrust of their music and the lead
guitar of Glenn Ross Campbell tore strips out of the sky for us to walk on.
They are prophets of a new order, harbingers of a brilliant, soft and alive
dawn for mankind.” Peel
unterstütze die Band in der Folge, wo er nur konnte. Auf seinen Rat hin gingen
die Musiker 1966 sogar nach London in der Hoffnung, dort offenere Ohren für
ihren ausserordentlichen Psychedelic
Rock zu finden. Eine Single erschien im Dezember des Jahres. Aber außer John
Peel nahm kaum jemand Notiz davon. Bis zur Veröffentlichung ihrer nächsten
Single sollten dann weitere drei Jahre vergehen. Und dann wollte diese Platte auch kaum jemand zur Kenntnis nehmen,
und die Karriere der Band wurde durch die Einberufung des Sängers zur US-Armee
sowieso beendet. Ein Teil der Musiker machte als Juicy
Lucy weiter – ohne Psychedelia. Die
ausführliche Story von The Misunderstood
ist in zwei Teilen im Fanzine Ugly
Things #22+23 nachzulesen. Ihre beiden Singles gehören in der Tat zu den
großartigsten psychedelischen Garage Singles der Sixties.
Den Sound der Yardbirds um 1966 nehmen sie zum
Vorbild und führen ihn fort auf eine noch höhere exaltiertere
Stufe. Das gesamte aufgenommene Werk der Band ist inzwischen auf zwei sehr
empfehlenswerten LPs erhältlich. Meine Single ist kein Original von 1969
sondern ein Nachdruck aus dem Jahr 2004, der aber inzwischen auch restlos
vergriffen ist. Ein Originalexemplar dieser Platte dürfte kaum zu finden sein
und würde den Käufer sicher um einen höheren dreistelligen Betrag erleichtern. Mehr zu The Misunderstood findet man auch hier.
The Flamin’
Groovies – Shake Some Action / Teenage
Confidential (Sire Records, 1976)
Mit diesem Song und der LP, auf der
er auch zu hören ist, habe ich The Flamin’ Groovies kennen gelernt. Aber die Band gab es da schon seit
über zehn Jahren. Ihre Ursprünge reichen nämlich bis ins Jahr 1965. Gegründet
in San Francisco bemühten sie sich um einen urwüchsigen R&B und Rock’n’Roll Sound, der an Eddie Cochran, Chuck Berry und den Stones orientiert war. Ihre
erste selbst finanzierte 10“ „Sneakers“
erschien 1968. Ihr Major Debüt „Supersnazz“
floppte im gleichen Jahr, und die beiden 1970 und 71
erschienenen LPs „Flamingo“ bzw. „Teenage
Head“ verkauften sich auch nicht gerade doll.
Dann ging die Band nach England und nahm unter Dave Edmunds’ Regie in den
Rockfield Studios in Wales einige Sessions
auf. Eine EP und die bereits weiter oben besprochene Single auf Bomp Records resultierten daraus. Aber der Erfolg –
zumindest in Großbritannien und in Maßen auch auf dem europäischen Kontinent
– kam erst mit dieser Single hier und vor allem mit der LP dazu. „Shake Some Action“ ist
klassischer Rock’n’Roll mit einem
deutlichen Hang zu Power Pop. Dieses Gitarrenriff ist unsterblich! Ich habe die
Aufnahme bestimmt schon hunderte Male gehört, und immer noch bekomme ich eine
Gänsehaut bei dem Riff und der Melodie. Dieses Zusammenspiel der Gitarren ist
einfach perfekt. Die Singleversion ist übrigens nicht identisch mit der
Albumversion des Songs. Hier ist der Sound klarer, luftiger. Die B-Seite ist
eine sehr stimmungsvolle Ballade. Beide Songs geschrieben von den Gitarristen
Cyril Jordan und Chris Wilson, der Gründungsmitglied Roy Loney
nach dessen Ausscheiden 1972 ersetzte. Ob es die Single mit Bildhülle gibt,
entzieht sich meiner Kenntnis. Ich besitze allerdings eine 3-Track EP mit Pic Sleeve, die den Track „Shake Some Action“ in der
Singleversion auf der B-Seite hat. Besonders teuer ist die Single wohl nicht,
aber auch nicht so leicht zu finden.
Yachts
– Box 202 / Permanent Damage (Radar Records, 1979)
Einem
ganz ähnlichen musikalischen Strickmuster folgen die Yachts.
Allerdings ist hier der Power Pop, so wie ich ihn verstehe, ausgeprägter als
bei den Groovies. Dies ist ihre zweite Single (die
erste wird uns auch noch begegnen), die nach dem Wechsel von Stiff zu Radar von Richard Gottehrer
einfühlsam produziert wurde und deren A-Seite auch die Debüt LP der Band aus
Liverpool eröffnet. Das Songwriting ist Sixties orientiert. Die Lyrics
allerdings dermaßen übertrieben und bewusst kitschig, dass nicht Jede/r damit
klar kommt. Mir gefällt’s! Diese
„Dramatik“ spiegelt sich auch in der Musik, im Arrangement und den
kleinen Gimmicks, die Gottehrer eingebaut hat. Neben
typischen Power Pop Gitarrenriffs dominiert eine billige elektrische Orgel, die
gegen Ende eher schon nach Synthi klingt. Die
Melodieführung ist klassisch und sehr Ohrwurm verdächtig. Auf der Rückseite ist
ein eher unspektakulärer Live Track zu hören. Die Single dürfte weder teuer
noch schwer zu finden sein.
Eppu Normaali
– Puhtoinen lähiöni /
Suuri ja mahtava (Poko
Rekords, 1979)
Meine
erste finnische Single. Und meine erste finnischsprachige Platte dazu. Als ich
mir diese Single von einem Bekannten aus Helsinki mitbringen ließ, sprach ich
noch kein einziges Wort Finnisch. Ich war schlicht neugierig, was die Finnen so
für Popmusik machen. Die Melodie und das Arrangement gefielen mir auf Anhieb.
Der Sound der Band ist hier sehr an britischen Platten der gleichen Zeit
orientiert: Elvis Costello, Nick Lowe, Wreckless Eric. Klare Gitarrensounds, auch akustische, ein
prägnanter aber nicht zu aufdringlicher trockener Drumsound,
Rockgitarrensolo im Mittelteil und gegen Ende ein sehr hübsches gepfiffenes
Solo nur von einer Akustikgitarre begleitet, bevor die ganze Band den Refrain
ein letztes Mal wiederholt. Die B-Seite orientiert sich musikalisch am
schlichten Volkslied und hat einen leicht ironischen russischen Aspekt. Inzwischen
ist die Band Eppu Normaali
meine absolute Lieblingsband unter den Finnisch
singenden. Wir werden ihr hier noch einige Male begegnen. Wie ich nun weiß geht
es bei „Puhtoinen lähiöni“
(Meine saubere Vorstadt) um das gleichförmige und unspektakuläre, ja langweilige
Leben in den Schlafstädten, wo man sich kennt und doch nicht kennt. „Suuri ja mahtava“ nimmt die
Angst vor’m Kommunismus und dem großen
übermächtigen Nachbarn im Osten (damals noch die UdSSR) auf die Schippe. Sowohl
der Titel wie die Melodie persiflieren in Teilen die sowjetische Nationalhymne.
Da Eppu Normaali auch in
Finnland zu den beliebtesten Bands gehören, ist diese Single nicht nur selten
sondern auch ziemlich teuer.
Mehr
Singles auf der ersten Seite,
auf der zweiten Seite, auf
der vierten Seite, auf der
fünften Seite, auf der sechsten Seite und auf der siebten Seite. Die folgenden
Charts sind aktualisiert auf Grundlage aller bislang besprochenen 7“45s.
Die Charts
01. The
Rolling Stones – Jumpin’ Jack Flash
02. The
Only Ones – Another Girl, Another Planet
03. Pink
Floyd – See Emily Play
04. The
Beach Boys – Good Vibrations
05. The
Byrds – Mr. Tambourine Man
06. The
Flamin’ Groovies
– Shake Some Action
07. The
Rolling Stones – The Last Time
08.
09. The
Beatles – Strawberry Fields Forever /
10. The
Rolling Stones – Satisfaction
11. Tomorrow
– Revolution
12. Neil
McArthur – She’s Not There
13. Joy Division – Love Will Tear Us Apart
14. The
Shadows – Apache
15. Wah! Heat – Better Scream
16. The
Beatles – Paperback Writer
17. The
Vogue – The Frozen Seas Of Io
18. The
Move – I Can Hear The Grass Grow
19. The
Adult Net – Edie
20. Wire
– Outdoor Miner
21. The
Times – Red With Purple Flashes
22. The
Squires – Going All The Way
23. Small
Faces –
24. The
Rolling Stones – Let’s Spend The Night Together
25. The
Yardbirds – Evil Hearted You
26. Jimi Hendrix Experience –
The Burning Of The Midnight Lamp
27. Spencer
Davis Group – Time Seller
28. Simon
Dupree and the Big Sound – Kites
29. The
Tornados – Telstar
30. Bob
Dylan – Like A Rolling Stone
31. Creedence Clearwater
Revival – Fortunate Son
32. The
Who – Pictures Of Lily
33. Nick
Nicely – Hilly Fields 1892 / 49 Cigars
34. Sonic’s Rendezvous
Band – City Slang
35. The
Monkees – I’m A Believer
36. The
Johnny Burnette Trio – The Train Kept
A-Rollin’
37. Dolly
Mixture – Everything And More
38. The
Misunderstood – Children Of The Sun
39. Eddie
Cochran – Summertime Blues
40. The
Jam – That’s Entertainment
41. Shocking
Blue – Send Me A Postcard
42. The
Church – Unguarded Moment
43. The Nights Of Iguana – Dry
44. Pretenders – Kid
45. Curved
Air – Back Street Luv
46. Clearlake
– Winterlight
47. The
Droogs – Only Game In Town
48. The
Flamin’ Groovies
– You Tore Me Down
49. Oasis
– Don’t Look Back In Anger
50. The Jam – Going Underground
51. The
Chills – Pink Frost
52. Ephemera
– Happy, Grateful, Aware
53. The
Seers – Lightning Strikes
54. Judy
Clay & William Bell – Private Number
55. Buddy
Holly – Peggy Sue
56. The
Libertines – What A Waster
57. Nurses
– D.Y.F.
58. Wipers
– Romeo
59. Richard
Harris – Mac Arthur Park
60. Droogs – Collector’s
Item
61. Nirvana
– Smells Like Teen Spirit
62. Bangles
– Hero Takes A Fall
63. Echo
and the Bunnymen – The Pictures On My Wall
64. The
Youngbloods – Get Together
65. Jimmy
Curtiss – Johnny Get Your Gun
66. The
Raconteurs . Steady, As She Goes
67. The
Kinks – Sunny Afternoon
68. The
Stems – At First Sight
69. The
Cowsills – The Rain, The Park & Other
Things
70. Direct
Hits – Modesty Blaise
71. The
Smoke – My Friend Jack
72. The
Supremes – Love Is Here, And Now You’re Gone
73. The
Beach Boys – Wendy
74. The
Smiths – Heaven Knows I’m Miserable Now
75. The
Ones – Lady Greengrass
76. The
Bongos – Bulrushes
77. The
Boots – Gloria
78. The
Dentists – Strawberries Are Growing In My Garden (And It’s
Wintertime)
79. Squire
– My Mind Goes Round In Circles
80. The
Slickee Boys – Here To Stay
81. The
Syn – 14th Hour Technicolour
Dream
82.
83. The
Grass Roots – Midnight Confessions
84. Virna Lindt
– Attention
85. The
Monks – Love Can Tame The Wild / He Went Down To The Sea
86. Edgar
Broughton Band – Hotel Room
87. Smokey
Robinson & The Miracles – The Tears Of A Clown
88. Joey
Dee & The Starliters – Ya
Ya
89. The
Svensk – Dream Magazine
90. Eppu Normaali
– Puhtoinen lähiöni
91. The
Names – Why Can’t It Be
92. Adamo – Inch Allah
93. Lemon
Tree – William Chalker’s Time Machine
94. Kursaal Flyers
– Little Does She Know
95. MC5
– Kick Out The Jams
96. The
Creation – Painter Man
97. The
Adverts – No Time To Be 21
98. Cosmic
Rough Riders – Baby, You’re So Free
99. The
Herd – From The Underworld
100.
The Teardrop Explodes – Treason
Zurück zu Twang! News Singles Longplayer Re-Issues Konzertrückschau Fanzine Reviews Unsigned Talent Links Album des Monats