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Letztes Update: 07. März 2010


Kicks on 45 ! – Die besten Singles aller Zeiten! – Teil 6

Angeregt durch ähnliche Aktivitäten im Leserforum des deutschen Rolling Stone habe ich mich entschlossen, hier nach und nach meine liebsten 7“45s vorzustellen. Mit Coverabbildung (soweit möglich) und mit einer meist kurzen Erläuterung zu der jeweiligen Single. Daraus wird eine All-time Top 100 Liste entstehen. Denn jedes Mal wenn ich hier neue Singles einstelle, werde ich sie auch in meine Bestenliste aufnehmen. Diese Liste wird wachsen und sich verändern. Und es werden, wenn 100 erreicht sind, auch wieder einzelne Singles rausfliegen.

Das hier ist die sechste Seite mit meinen 7“45 Favoriten. Los geht’s auf dieser Seite.

The Slickee Boys – Here To Stay / Porcelain Butter Kitten (Dacoit Records, 1981)

Über The Slickee Boys las ich das erste Mal in Gorilla Beat, dem Fanzine meines guten Freundes Hans-Jürgen Klitsch. Gegründet wurde die Band von Kim Kane und Marshall Keith in Washington (D.C.) ca. 1975. In der lokalen und regionalen Punk Szene erreichten The Slickee Boys einen gewissen Kultstatus wegen ihrer Kostüme und ihrer Liveshow. Kim Kane hatte als Sohn eines Armeeangehörigen und einer Koreanerin mehrere Jahre in Korea gelebt und war von der dortigen Kultur fasziniert. So fanden fernöstliche Elemente vor allem in die Bühnenshow und die grafische Präsentation der Band Eingang. Und auch der Bandname ist wohl von einer koreanischen Street Gang entlehnt. Die Musik der Band war nie wirklich Punk. Viel mehr waren sie stark von den Sixties beeinflusst, und ihre ersten drei EPs auf ihren eigenen Limp und Dacoit Labels boten noch vor allem Coverversionen von u.a. „Let’s Live For Today“ (The Rokes), „Psycho Daisies“ (The Yardbirds), „Glendora“ (Downliners Sect). Auf ihrer ersten EP sang noch Martha Hull, die die Band aber bald darauf verließ. Für sie kam Mark Noone als Leadsänger und Gitarrist dazu, der dann auch als Songwriter den Stil der Band stark mitprägte. „Here To Stay“, geschrieben von Mark Noone, war die zweite echte Single der Slickee Boys und ihre beste. Getrieben von Bass und Schlagzeug und den für den Spätsiebziger Power Pop typischen kurzen Achteln auf der Rhythmusgitarre entwickelt der Song ein unglaubliche Dynamik. Ohne echten Refrain entwickelt die Nummer dennoch einen fast hymnischen Charakter, der von den singenden und sägenden Gitarrenparts vortrefflich befördert wird. Eine klassische Power Pop Single eben. Die B-Seite bietet einen eher an Sixties Garage Pop orientierten New Wave Song aus der Feder von Kim Kane und Marshall Keith. Ich war seit 1978 Mitglied im Slickee Boys Fan Club und erfuhr so natürlich von ihren Veröffentlichungen und Aktivitäten. Generell waren ihre EPs und Singles aber damals kaum zu bekommen in Deutschland. Bekannter wurden sie erst, als Line Records eine LP Compilation ihrer Aufnahmen veröffentlichte, die übrigens das Cover dieser Single hier übernahm. Die Band kam Mitte der Achtziger auch nach Europa für einige Shows. Ihren einzigen Gig in Berlin verpasste ich damals leider, weil ich zu der Zeit in Finnland weilte. Diese Single hier ist wie alle frühen Platten der Band nur in kleiner Auflage erschienen und relativ selten. Extrem teuer ist sie aber wohl nicht, wenn sie denn mal auftaucht. So 15-20 Euro, schätze ich.

The Church – Unguarded Moment / She Never Said (Carrere, 1981)

Etwa zur gleichen Zeit gab es überall auf der Welt erste Anzeichen eines heimlichen Sixties Revivals. Im UK waren es The Barracudas, The Times, Mood Six u.a. in Österreich The Vogue, in den USA Bands wie The Slickee Boys und The Droogs und dann die Paisley Pop Szene in Kalifornien, die ihre Inspiration aus Nuggets, Pebbles und anderen Artefakten des Golden Age of Pop Music bezogen. Und in Australien waren es u.a. The Church. Übrigens war das damals längst nicht so einfach mitzubekommen wie heute, dass es eine neue Band, eine neue tolle Platte, eine weitere Underground Entdeckung gibt. Die etablierten Musikzeitungen erwähnten viele dieser neuen Bands erst mal gar nicht. Im Rundfunk fanden sie höchstens mal bei John Peel oder ein, zwei weiteren engagierten DJs statt. Internet gab’s noch nicht. Man war also auf persönliche Kontakte und einschlägige Fanzines angewiesen. Aber zurück zu The Church. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wann und wo ich diese Single das erste Mal hörte. Ich weiß aber noch, dass ich völlig von den Socken war. Das ist der perfekte Pop Song im perfekten Power Pop Arrangement! Was bei den Slickee Boys und „Here To Stay“ im Vergleich eher roh und ungestüm – wenn auch mitreissend und packend – daherkommt, klingt hier absolut erhaben und sensationell perfekt! Der Unterschied ist der zwischen Rohdiamant und Feinschliff. Ich glaube, ich habe die Single damals nach dem Kauf mindestens 20 oder 30 mal hintereinander gehört. Und auch jetzt, da ich sie wieder und wieder höre, hat sie nicht das Geringste an Faszination und Schönheit eingebüßt. The Church waren in ihrer Heimat wohl schon relativ erfolgreich, als man sich bei Polygram in Europa entschloss, der Band auch hier eine Chance zu geben. Zahlreiche Singles und LPs hat die Band um Steve Kilbey und Marty Willson-Piper bis heute veröffentlicht. Ihre erfolgreichste Single war „Under The Milky Way“ (1988), aber ihre beste ist und bleibt diese hier. Sie erschien hier übrigens erst 1982. Die B-Seite ist ein sehr typische Neo-Sixties Garage Psych Nummer. Manche heutige so genannte Garage Band wäre glücklich über so einen Track als A-Seite. Die Single ist wohl nicht besonders selten und teuer. Ich denke, für rund 10 Euro sollte sie zu finden sein.

Virna Lindt – Attention Stockholm / Episode 1 (The Compact Organisation, 1981)

In gewisser Weise ist auch diese Single ein Produkt des damaligen Sixties Revivals. Agentenmusik wie aus den frühen Bond Filmen, dazu heftige Tremolo Effekte auf der Gitarre, eine kühle Blonde, die auch auf dem Titelbild der Vogue anno 1968 wunderbar gepasst hätte. Virna Lindt stammt aus Stockholm. Sie spielt hier elektrisches Piano und noch andere Keyboards und Synthesizer. Und sie singt natürlich und am Ende der A-Seite spricht sie sogar Schwedisch. Die Musik und das Arrangement stammen allerdings von Tot Taylor, dem Mastermind hinter der Compact Organisation. Der Mann versuchte mit dem Label, seinen Künstlern und seinen Veröffentlichungen seine distinguierte Vorstellung der Sixties zwischen Cocktail Bar, Motown und Agenten Thriller zu verwirklichen. Alles möglichst in Schwarz / Weiß. Was das geheimnisvolle Agenten Image und das Cocktail Bar Flair betrifft, ist mit dieser Debütsingle ein echter Coup gelungen. Sehr stylish, sehr eindrucksvoll und bis ins letzte Detail perfekt. Und die Melodie hat dazu sogar noch Ohrwurm Charakter. Was will man mehr? Die B-Seite ist eher eine verspielte instrumentale Übung in Filmmusik für den Hintergrund. Auch diese Single dürfte nicht so schwer zu finden sein. Mit 8-12 Euro ist man dabei.

 

 

Wipers – Romeo / No Solution (Trap Records, 1982)

Die Wipers waren eine Punk Band aus Portland, Oregon. Gegründet im Jahr 1977 von Greg Sage. So steht es bei Wikipedia. Wenn man unter Punk eine Haltung, eine Lebenseinstellung versteht, dann ist Punk zutreffend. Gegründet als Trio bestand die Band aber doch im Wesentlichen aus Greg Sage, der fast alles allein macht(e). Nicht zuletzt das Veröffentlichen von Platten. Der Sound der Band ist hart, messerscharf, von Feedback geprägt, minimalistisch und vor Energie förmlich explodierend. Auf die Gitarrenbands der späten Achtziger von Dinosaur Jr. bis Nirvana hatte das einen prägenden Einfluss. Die rund 10 LPs der Band kenne ich nicht alle, aber vor allem die ersten beiden „Is This Real“ (1979) und Youth Of America“ (1981) sollte man gehört haben. Die beiden Tracks der Single hier entstanden während der Sessions für „Youth Of America“. Aber Greg befand, sie passten nicht ins Konzept des Albums. Also wurden sie wenig später als 7veröffentlicht. „Romeo, he walks the city at night, the tall dark buildings cast their ghostly shadows into his burning eyes. – Oh Romeo – roam Romeo! – Around the corner there’s nothing there! Nothing there! – Juliet!!!” Die Story von Romeo und Julia aus der Sicht eines Punks der Generation X. Atemloser Sprechgesang, eine heftig verzerrte, gnadenlos schneidende Gitarre, rastlose Drums und Bassläufe. Der Track vermittelt vortrefflich die Situation, in der ein zwischen Hoffen und Verzweiflung schwankender Romeo durch nächtliche Straßen hastet. Die schneidende Leadgitarre wird gedoppelt von Bläsern, die im Gesamtsound nur zu erahnen sind, aber die Wirkung dennoch verschärfen. Auf der B-Seite „No Solution“. Auch hier korrespondiert die Musik mit der Botschaft auf’s Schärfste. „There’s no solution, no I don’t see one.” Und dann ganz leise geflüstert: “I’m waiting for the revolution to come”, als ob der Sänger sich davor fürchtet, sie anzusprechen. Dies hier ist die Originalpressung der Single (ein späteres Re-Issue hat lediglich ein zweifarbiges Cover in schwarz/grün). Über den Wert kann ich nichts Genaues sagen. Aber rar ist sie, und ganz billig dürfte sie auch nicht sein.

Dolly Mixture – Everything And More / You And Me On The Sea Shore (Respond Records, 1982)

Eine der besten Girl Pop Singles aller Zeiten! Dolly Mixture waren drei Mädels aus Cambridge, die um 1978 begannen gemeinsam Musik zu machen. Ganz im Do-It-Yourself Spirit des Punk und mit den Sixties Girl Groups The Shangri-Las oder The Shirelles als Vorbild. Aber auch The Undertones (deren Musik die Mädels liebten) und The Damned (mit denen sie sich anfreundeten) dienten als Vorbilder. John Peel unterstütze die drei nach Kräften. Und Paul Weller nahm sie für sein eigenes Label Respond unter Vertrag. Dies hier ist ihre zweite Single für das Label und ihr absolutes Meisterstück. Produziert von Captain Sensible und Paul Grey (von The Damned) ist vor allem die A-Seite eine wundervoll locker, beschwingte, Sixties Pop inspirierte und unerhört bezaubernde Angelegenheit. Makellos und federleicht! Die Songs schrieben die drei Frauen selbst. Und selbst die im Vergleich fast experimentell zu nennende rein instrumentale B-Seite der Single ist noch immer eine ausgesprochen gelungene stimmige Sache. „Everything And More“ indes legt man auf – und man drückt die Repeat-Taste bzw. man setzt die Nadel immer wieder an den Anfang. Dieser Track macht süchtig! Rachel Bor, die hier Gitarre und Cello spielt und natürlich singt, und Captain Sensible haben drei gemeinsame Kinder, sind aber nicht verheiratet. Debsey Wykes, die hier Bass und Piano spielt und natürlich singt, schloss sich in den 90er Jahren der Gruppe St.Etienne an und gründete mit Paul Kelly (von St.Etienne) Ende der 90er die Gruppe Birdie. Hester Smith spielt hier Schlagzeug und Timpani und singt natürlich. Was sie inzwischen macht, ist nicht bekannt. Alle Platten von Dolly Mixture sind relativ selten und gesucht. Da macht diese hier, obgleich sie die wohl erfolgreichste war, keine Ausnahme. 30-40 Euro muss man schon anlegen, vermute ich.

The Smiths – Heaven Knows I’m Miserable Now / Suffer Little Children (Rough Trade, 1984)

Es gibt Leute, die halten The Smiths für die beste und wichtigste Band der Achtziger. Und Morrissey ist für sie quasi Gott. Oder zumindest ein fast gottgleiches Wesen in Bezug auf seine musikalischen und lyrischen Qualitäten. Ich gehöre definitiv nicht zu diesen Leuten. Aber ich muss zugeben, diese Band ist schon etwas Besonderes. Dabei ist ihre Musik zunächst an mir vorbei gegangen. Ich habe The Smiths lange Zeit mehr oder weniger ignoriert. Ich weiß nicht warum. Es geschah nicht mal absichtlich. Ich besitze bis heute längst nicht alle ihre Platten. Selbst bei den Singles habe ich Lücken, die es noch aufzufüllen gilt. Und dabei mag ich alles was ich kenne von der Band eigentlich ganz gern. Sogar Morrisseys Solo Platten finde ich inzwischen ganz passabel. Die ich kenne zumindest. Das hier ist jedenfalls ganz wunderbarer Gitarrenpop. Eine großartige Melodie, sehr feine Gitarrenparts. Morrisseys Gesang passt ganz vorzüglich zu dem etwas larmoyanten Text, mit dem der Sänger seinen Weltschmerz, sein Leiden an der Oberflächlichkeit seiner Umgebung, kund tut. Morrissey ist Moralist. Und das ist auch gut so. Manchmal kann so etwas ganz schön anstrengend sein. Dass in seinen Songs auch eine gewisse Ironie oder gar Zynismus enthalten ist, wie manche behaupten, vermag ich nicht zu sehen bzw. zu hören. Auch die B-Seite der Single ist nicht weniger als großartig. Morrissey verarbeitet hier die Geschichte von Kindermorden, die in seiner eigenen Kindheit einen starken Eindruck auf ihn machten. Verständlicherweise muss man sagen. Der Song löste damals eine heftige Kontroverse in der britischen Öffentlichkeit aus. Näheres dazu kann man bei Wikipedia nachlesen. Diese Single war eine der erfolgreichsten Singles der Smiths. Und sie ist dementsprechend nicht sehr selten oder teuer. 8-10 Euro für ein ladenneues Exemplar muss man aber schon ausgeben.

The Squires – Going All The Way / Go Ahead (ATCO, 1966)

Going All The WayDie Runde der nächsten sechs Singles könnte man auch unter der Überschrift “Roots Of Power Pop” zusammenfassen. Bei allen sechs Singles sind die für den klassischen Power Pop der Seventies typischen Elemente bereits angelegt oder sogar schon voll ausgebildet. Den Anfang machen The Squires aus Bristol, Connecticut, deren einzige Single zwar nie zum Hit wurde, nicht mal regional, die aber dennoch zu den besten 7“45s nicht nur des Garage Pop Genres sondern der Sixties überhaupt gehört. Starke Worte, ich weiß. Aber jeder, der diese beiden Tracks auf den Pebbles Compilations 1 bzw. 2 Ende der Siebziger Jahre so wie ich erstmals hörte, war sofort hin und weg, ob der schieren Magie, der Perfektion in Song und Sound. „Going All The Way“ ist die perfekte Mischung aus Byrds Jangle und Who Power. Von der ersten bis zur letzten Note großartig! Die B-Seite steht dem nur wenig nach. „Go Ahead“ ist ein wundervoller Folkrocker ganz im Stil der Byrds anno 65/66. Beide Songs wurden vom Drummer und Sänger der Band Michael Bouyea geschrieben. Die Aufnahmen entstanden bei einer Session in den Capitol Studios in New York, die von der Band zunächst in eigener Initiative gebucht wurde. Atco Records zeigte sich beeindruckt und veröffentlichte die Single im Herbst 1966 – ohne messbaren Erfolg. Zwar stieg das Ansehen der Gruppe zuhause in Conecticut, aber 1967 wurde Bouyea eingezogen und musste nach Vietnam. Die Band löste sich auf, und das war’s. 1986 veröffentlichte Crypt Records eine Compilation LP mit allen Aufnahmen der Band. Heute zählt „Going All The Way“ zu den größten „Lost Classics“ der Sixties. Die Single ist für weniger als 100 US Dollar nicht zu haben. Meine ist eine Promo-Pressung, die übrigens wegen ihres besseren druckvolleren Klanges der regulären Pressung vorzuziehen ist.

Bring A Little Lovin'Los Bravos – Bring A Little Lovin’ / Make It Last (Decca, 1968)

Den größten Hit der Band “Black Is Black” aus dem Jahr 1966 kennt wahrscheinlich jeder, der sich nur ein bisschen für Sixties Beat und Pop interessiert. Los Bravos waren eine der erfolgreichsten Sixties Bands in Spanien. Ihre Platten wurden aber auch weltweit veröffentlicht, und einige wurden sogar zu Hits. Gitarrist und Autor ihres großen Hits war übrigens der gebürtige Berliner Michael Kogel (a.k.a. Mike Kennedy). Der war allerdings bei dieser Single 1968 schon nicht mehr dabei. „Bring A Little Lovin’“ ist eine Komposition von Harry Vanda und George Young, deren Songs vor allem für The Easybeats (aus Australien) zu Hits wurden. Die Nummer hat einen treibenden von dem extrem knackigen Bass dominierten Rhythmus, für Sixties Beat eher untypische Bläsersätze und einen fast souligen Leadgesang. Dennoch klingt es mehr nach vorweggenommenem Power Pop als nach Sixties Soul. Die B-Seite ist eine zeittypische dezent orchestrierte Beat Ballade und auf jeden Fall überdurchschnittlich in Sound und Interpretation. „Bring A Little Lovin’“ mochte ich gleich nach dem ersten Hören damals im SF-Beat, der Jugendsendung des SFB. Warum diese Single kein Hit wurde, ist nicht mehr nachvollziehbar. Für mich hat sie nichts von ihrem Reiz verloren. Recht häufig findet man diese deutsche Pressung mit Pic Sleeve wohl nicht, daher muss man schon mit ca. 40 Euro für ein Exemplar in Top Zustand rechnen.   

 

Send Me A PostcardShocking Blue – Send Me A Postcard / Harley Davidson (I.M.A. Records, 1970 / Metronome, 1968)

“Venus” kennt nun aber wirklich jede/r. Und Mariska Veres, die leider im Dezember 2006 verstarb, war neben Grace Slick die Schönste mit der aufregendsten Stimme in den späten Sixties. Die Band Shocking Blue wurde 1967 in Holland vom Gitarristen und Songschreiber Robbie van Leeuwen gegründet. „Send Me A Postcard“ war die erste in Deutschland veröffentlichte Single der Band. Damals noch kein Hit. Der kam erst ein Jahr später mit „Venus“. Dennoch ist „Postcard“ in mancher Beziehung die wesentlich bessere Single. Mit ihren Power Akkorden, der im Hintergrund quengelnden Orgel, dem fetten Fuzzgitarrensolo und Mariskas fordernder und zugleich klagender Stimme setzt die Nummer Maßstäbe. Selbst 1968 hatten nicht all zu viele Singles solche Qualitäten. Die A-Seite ist Proto Power Pop und weist damit nach vorne in die Siebziger. „Harley Davidson“ dagegen klingt mehr nach typischem R&B und Beat der Sechziger Jahre mit seinen an Animals und Artwoods erinnernden Orgelgrooves. Mein Exemplar hier ist eine schwedische Pressung der Single, die erst im Jahr 1970 erschien. Dort wurde „Postcard“ 1971 zum Hit. Und in Finnland kam eine finnischsprachige Coverversion der Sängerin Muska, die dem Original im Sound aber kaum nachsteht, auf Platz 1 im Sommer 1971. Meine schwedische Single habe ich für den Gegenwert von ca. 15 Euro vor etlichen Jahren in Finnland gekauft. Was eine deutsche Single mit Pic Sleeve heute kostet, kann ich nicht sagen. So ganz günstig wird man sie wohl nicht bekommen.

 

Gingerbread ManThe Mirror – Gingerbread Man / Faster Than Light (Philips, 1968)

 Die einzige Single einer englischen Popgruppe aus Bristol. Ich lernte sie kennen durch ihren Auftritt im Beat Club 1968. Die A-Seite ist fast schon Bubble Gum Pop. Allerdings ist der Sound, das Arrangement dann doch eher britisch und recht typisch für die Zeit mit Bläsersatz im Intro und Mittelteil sowie stark komprimiertem fettem Bass Sound. Ein hübsches Kinderlied im gut tanzbaren Mod Sound. Die B-Seite ist für Freunde des Spätsechziger Psych Pops die interessantere Seite der Single. „Faster Than Light“ mit seinen Phasing und Flanging Effekten wurde dann auch in den 80er Jahren auf einer der Rubble Compilations des Bam Caruso Labels wiederveröffentlicht. Über die Band ist leider wirklich nichts weiter bekannt. Bam Caruso brachte 1988 eine 12“EP mit vier unveröffentlichten Tracks der Band raus. Die Single, vor allem die deutsche Pressung mit Pic Sleeve, ist recht selten, aber auch nicht so sehr gesucht. Mit ca. 40-50 Euro muss man aber doch rechnen für ein gut erhaltenes Exemplar. 

 

 

 

Midnight ConfessionsThe Grass Roots – Midnight Confessions / Who Will You Be Tomorrow (RCA, 1968)

Ursprünglich wurde der Name The Grass Roots von Songwriter Gespann P.F.Sloan und Steve Barri 1965/66 in San Francisco für eine fiktive Band gewählt, um ihre Folkrock Produktionen im Stil der Byrds u.a. zu vermarkten. Nach einigen Fehlversuchen und Pannen fanden die beiden schließlich im Jahr 1967 in Los Angeles eine Band, die gewillt war, unter diesem Namen die Songs des Duos zu spielen. Der erste Hit war dann allerdings eine Coverversion von „Let’s Live For Today“ (Original: The Rokes, wird uns hier früher oder später auch noch beschäftigen). 1968 zerbrach die Partnerschaft von Sloan und Barri. Der dritte und bis dahin größte Hit der Grass Roots war dann im Herbst 1968 „Midnight Confessions“ aus der Feder von Lou Josie (ein Rockabilly Sänger und Gitarrist, der vor allem in den Fifties ein paar kleinere Erfolge hatte), produziert von Steve Barri in einem an Motown orientierten Sound mit Bläsern und typischen Bass und Drum Breaks. Der Song ist ein echter Ohrwurm. Ein relativ simples aber äußerst effektives Liebeslied. Uptempo, druckvoll, mitreissend. Der Gesang leicht nasal klagend. Die B-Seite, eine Eigenkomposition zweier Bandmitglieder, ist dagegen eine typische Blues orientierte Westcoast Rocknummer. Ziemlich unscheinbar und nicht sehr bedeutsam. Die Single war in Deutschland wohl kein Hit, auch wenn sie damals öfters im Radio lief. Wie selten oder teuer sie ist, kann ich nicht genau sagen. So um die 8-10 Euro vielleicht. 

 

Deep WaterGrapefruit – Deep Water / Come Down To The Station (RCA, 1969)

Die letzte Single in dieser Sechser Runde kommt von der englischen Band Grapefruit, die einige sehr schöne Psych und Beat Pop Singles in den späten Sixties veröffentlichte. „Deep Water“ ist vielleicht nicht ihre beste Single, aber der treibende Bass und das gesamte druckvolle Arrangement mit Bläsern und Motown orientierter Percussion machen die Nummer auch zu einem Power Pop Vorläufer, wie ich finde. Die Single lief im Sommer 1969 ständig im Radio. Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich im letzten mit meinen Eltern gemeinsam verbrachten Sommerurlaub im Weserbergland diese Nummer sehr oft in meinem Kofferradio hörte. Die B-Seite ist eine zeittypische britische R&B Nummer, die entfernt an Cream oder ähnliche Bands erinnert. Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Diese Single ist weder selten noch teuer. Mit 4 maximal 6 Euro ist man dabei.    

 

 

            

The Names – Why Can’t It Be / Baby You’re A Fool (Fiction Records, 1977)

The NamesWährend in New York und L.A. erste Punk und No Wave Bands von sich reden machten, feierte in den Zentren dazwischen Power Pop eine beachtliche Renaissance. In Europa hat diese Spielart des Pop ja nie richtig Fuß fassen können, obwohl es dann in den späten Siebzigern auch einige gute Bands vor allem im UK gab, die mit einer gewissen Berechtigung dazu gezählt werden dürfen. The Names stammen aus Chicago, und dieses hier ist meines Wissens ihre einzige Veröffentlichung. Aber was für eine! Ein gutes Beispiel dafür, dass Bands mit einer großartigen 7“ reüssieren, man aber danach nie wieder etwas von ihnen hört. Wer nur LPs kauft, dem entgehen solche Perlen ganz einfach. „Why Can’t It Be“ ist klassischer US Power Pop. Ganz knapp am Mainstream vorbei mit wundervollen Harmonien, erstklassiger Gitarrenarbeit zwischen Jangle und kräftigen Riffs, mit einem kurzen Solo und mit einem richtigen Schluss, der den Eingangslick aufnimmt und dann etwas sehr Endgültiges hat. Der Song ist ebenfalls klassisch. Sie konnten zueinander nicht kommen. Teenager Liebe und Drama. Die B-Seite klingt etwas kraftvoller und konventioneller, hat aber längst nicht die Klasse der A-Seite. In US Underground Pop Kreisen gilt die Single als kleiner Klassiker. Darüber hinaus wurde sie kaum bekannt, und zum Hit wurde sie auch nirgends. Die Musiker haben übrigens auch das typische Aussehen einer Seventies Power Pop Band: lange Haare, Nadelstreifenanzüge, schmale schwarze Krawatten. Genau so war ich zu meiner Hochzeit auch gekleidet. Die war allerdings erst sechs Jahre später. Zur Verfügbarkeit und zum Preis der Single kann ich nichts Genaues sagen, ich vermute jedoch, dass sie nicht ganz leicht oder preiswert zu haben ist.

 

The ShirtsThe Shirts – Laugh And Walk Away / Can’t Cry Anymore (Harvest, 1979)

The Shirts waren eine New Wave, Power Pop Band aus New York, die im Fahrwasser von Blondie Ende der Siebziger Jahre auch in Europa – vor allem in Holland – einigen Erfolg verzeichnete. Die Sängerin Annie Golden hat ein klein wenig Ähnlichkeit mit Linda Ronstadt. The Shirts gründete sie 1975 mit überwiegend italienisch stämmigen Musikern aus der New Yorker Underground Pop Szene. Allerdings war Annie parallel am Broadway als Musical Sängerin und Schauspielerin beschäftigt. Dieser Beschäftigung geht sie wohl auch heute noch nach. „Laugh And Walk Away“ war der einzige kleine Hit der Band. Die Produktion und das Arrangement der Nummer ist schon sehr zeittypisch mit dem Stakkato artigen E-Piano, gehetztem Rhythmus und relativ trashigen Gitarren. Die Melodie ist jedoch wunderbar eingängig und hat einige überraschende Wendungen zugleich. Und der Text handelt von der Suche nach Glück und Selbstbestimmung. Mindestens eine LP ist von der The Shirts damals erschienen, eventuell noch weitere Singles. Auch die B-Seite der vorliegenden Single ist nicht schlecht. Herausragend ist jedoch der Track auf der A-Seite. Mit ihm hat sich die Band einen Platz in den Annalen des Power Pop redlich verdient. Ich glaube allerdings nicht, dass die Single sehr selten oder teuer ist. Eine holländische Pressung mit anderem Pic Sleeve sieht man häufiger. 

 

BermudaThe DC10s – Bermuda / I Can See Through Walls (A Certain Euphoria, 1980)

Auch hier wieder die einzige Veröffentlichung einer Band. The DC10s stammen aus Swansea, Südwales. Musikalisch kann man sie wahrscheinlich einer Mod, Power Pop Richtung zuordnen. Sie selbst haben sich vermutlich keiner Szene zugerechnet. Die großartige A-Seite der Single hat auch ein wenig Punk Attitüde. Nicht unähnlich der Musik, die in den Jahren zuvor von Wire oder The Swell Maps gespielt wurde. Eine repetitive Melodie ohne eindeutigen Refrain, mit vielen Breaks und ungewöhnlichen Sound und Studio Effekten arrangiert. Sicher inspiriert durch das etwas mysteriöse SF-lastige Thema des Songs. Die B-Seite ist dann schon eher „your average punk pop track“, durchaus catchy, aber lange nicht so toll wie „Bermuda“, das absolut simpel und ungewöhnlich zugleich klingt. Einmal gehört geht einem die stetige sonore Wiederholung des Wortes Bermuda nicht mehr aus dem Sinn. Eine in vielerlei Beziehung einmalige Single. Sehr schwer zu finden, wenn auch nicht exorbitant teuer. Mit ca. 40 € muss man rechnen für ein mint Exemplar. 

 

 

 

SquireSquire – My Mind Goes Round In Circles / Does Stephanie Know? (Stage One, 1980)

Das hier ist nun eine der relativ zahlreichen und meist überdurchschnittlichen Singles der britischen Mod Szene der Jahre ab 1979. Stilistisch durchaus auch als Power Pop zu bezeichnen, sind doch die prägenden Elemente wie kräftige Akkorde, druckvolle Produktion, eingängige Harmonien und catchy Melodie alle vorhanden. Die Band Squire existierte bereits als Cover Band in Guildford, südwestlich von London, als Anthony Meynell, Gitarrist und Autor etlicher eigener Popsongs,  sich der Gruppe anschloss. Ihr erster Gig fand 1978 im Vorprogramm einer bereits zu nationaler Größe gelangten anderen Mod Band aus Guildford statt, The Jam. Squire veröffentlichten ab 1979 zahlreiche Singles auf verschiedenen Labels. Die m.E. beste dieser 7“45s ist diese hier. Hier sind alle klassischen Zutaten des britischen Mod Pops auf’s Schönste vereint. Tolle Melodie mit unwiderstehlichem Refrain, großartiger Harmoniegesang, klasse Gitarrenriffs und Drum Fills, die an The Move und zum geringeren Teil auch The Who erinnern. Die A-Seite bietet zwar den etwas eingängigeren und besseren Song, aber die B-Seite ist ebenfalls hervorragend. Auch die Texte der Songs bieten typische Mod Sprache und klassische Themen aus dem Leben Heranwachsender. Die Band scheint immer noch aktiv zu ein. Ihre ausführliche Story und Diskographie findet man unter www.squirenet.co.uk. Diese Single hier hat sich offenbar am besten verkauft, denn sie ist relativ leicht zu finden. Bis zu 20 € muss man dennoch dafür berappen.

 

Nurses – D.Y.F. / Bad Mood (Dacoit Records, 1981)

NursesDie Nurses waren ein Trio aus Washington (D.C.), das um 1979/81 regional für ein wenig Aufmerksamkeit sorgte. Mastermind der Band war ein gewisser Howard Wuelfing, der kurze Zeit bei The Slickee Boys Bass gespielt hatte und mit „Put A Bullet Through The Jukebox“ auch einen lokalen Hit für sie schrieb. Zusammen mit Gitarrist Marc Halpern gründete er die Nurses Ende des Jahres 1978. Musikalisch einordnen kann man die Band überhaupt nicht, auch wenn sie für mich letztlich zur Punk, Power Pop Szene der Zeit und Region gehört. Vier Singles auf drei verschiedenen Labels haben sie veröffentlicht, neben ein paar Sampler Beiträgen. Jede Single klingt anders. Hauptgrund dafür dürfte die Vielseitigkeit und das Genre übergreifende Interesse des Songschreibers Wuelfing sein, der sich mit sehr unterschiedlicher Musik aus verschiedenen Zeiten beschäftigte. Dennoch hatten die Nurses einen erkennbaren eigenen Stil, nicht zuletzt geprägt durch Halperns Gitarrenspiel aber auch durch Wuelfings hohe Gesangsstimme. Diese ihre letzte Single ist die klanglich experimentellste und zugleich meine liebste von ihnen. „D.Y.F.“ (Destroy your friends) hat eine unheimliche und irgendwie melancholische Atmosphäre. Bei der Produktion der Single hat Wuelfing ausgiebig mit Studiospielereien experimentiert. Extensives Phasing und Flanging auf den Drums, extremes Echo auf Gitarre und Stimme lassen den Track wie von einer anderen Welt klingen. Dennoch sind musikalische Einflüsse von Velvet Underground über Big Star bis Suicide zu erkennen. „Bad Mood“ experimentiert ähnlich mit Sounds und klingt noch düsterer. Wie eine eigentümlich abgespeckte Version von Joy Division. Als quasi Bonus Track findet sich am Ende ein von der Band selbst produzierter „klassischer“ Radio Jingle für ein Konzert in Washington. Einen krasseren Gegensatz kann man sich kaum vorstellen. Kurz nach Erscheinen der Single starb Marc Halpern an den Folgen einer Heroin Überdosis. Damit war das Kapitel Nurses in der Musikhistorie geschlossen. Howard Wuelfing arbeitet heute als Berater und PR Manager für verschiedene Labels und Künstler. Die Singles der Nurses zu finden, dürfte nicht leicht sein. Die Auflagen waren sehr klein und die Band gilt bis heute eher als Geheimtipp. Zu Preisen kann ich demzufolge auch nichts sagen.

 

Only Game In TownThe DroogsOnly Game In Town / Garden Of My Mind (Plug n Socket, 1981)

Diese Single kam für mich wie eine Offenbarung in einer Zeit, als aus dem Radio schon wieder vorwiegend US Mainstream, schlechte britische New Wave Nachzügler und Fred Sonnenschein nebst seinen Freunden ertönten. Es war meine erste Bekanntschaft mit The Droogs, die es ja eigentlich bereits fast zehn Jahre gab damals und die meines Wissens sogar heute noch aktiv sind. „Only Game In Town“ ist eine perfekte Mischung aus Power Pop, Sixties Beat und einer gewissen Punk Attitüde. Der Song des Gründungs- und Songschreiberduos Roger Clay und Ric Albin aus Van Nuys, Kalifornien, hätte das Zeug zum Theme Song, zur Hymne einer spezifischen Szene oder gar Generation gehabt. Allein es gab weder eine echte Szene, noch war die damals junge Generation ernsthaft interessiert an solch vergleichsweise archaischen Klängen. Der Track baut eine wunderbare Spannung und Dynamik auf und ist auch heute noch unglaublich packend und mitreissend, ich bekomme gleich wieder Gänsehaut beim Hören. Auf der B-Seite eine sehr eigene Interpretation von „Garden Of My Mind“. Das Original stammt von der britischen Psych Pop Gruppe The Mickey Finn aus den späten Sixties und war damals selbst Insidern kaum bekannt. The Droogs machen daraus einen gehetzten Parforce Ritt durch die Untiefen der Psyche und des Rock’n’Roll. Eine der Singles des Jahres 1981 zweifellos! Die Musik von The Droogs ist prinzipiell gut dokumentiert, allerdings sind Originale der Singles nicht so leicht zu finden. Für eine mint Copy von dieser hier sollte man ca. 20 € einplanen.              

Mehr Singles auf der ersten Seite, auf der zweiten Seite, auf der dritten Seite, auf der vierten Seite, auf der fünften Seite und auf der siebten Seite. Die folgenden Charts sind aktualisiert auf Grundlage aller bislang besprochenen 7“45s.

Die Charts

01.   The Rolling Stones – Jumpin’ Jack Flash

02.   The Only Ones – Another Girl, Another Planet

03.   Pink Floyd – See Emily Play

04.   The Beach Boys – Good Vibrations

05.   The Byrds – Mr. Tambourine Man

06.   The FlaminGroovies – Shake Some Action

07.   The Rolling Stones – The Last Time

08.   Jefferson Airplane – White Rabbit

09.   The Beatles – Strawberry Fields Forever / Penny Lane

10.   The Rolling Stones – Satisfaction

11.   Tomorrow – Revolution

12.   Neil McArthur – She’s Not There 

13.   Joy Division – Love Will Tear Us Apart

14.   The Shadows – Apache

15.   Wah! Heat – Better Scream

16.   The Beatles – Paperback Writer

17.   The Vogue – The Frozen Seas Of Io

18.   The Move – I Can Hear The Grass Grow

19.   The Adult Net – Edie

20.   Wire – Outdoor Miner

21.   The Times – Red With Purple Flashes

22.   The Squires – Going All The Way

23.   Small Faces – Itchycoo Park

24.   The Rolling Stones – Let’s Spend The Night Together

25.   The Yardbirds – Evil Hearted You

26.   Jimi Hendrix Experience – The Burning Of The Midnight Lamp

27.   Spencer Davis Group – Time Seller

28.   Simon Dupree and the Big Sound – Kites 

29.   The Tornados – Telstar

30.   Bob Dylan – Like A Rolling Stone

31.   Creedence Clearwater Revival – Fortunate Son

32.   The Who – Pictures Of Lily

33.   Nick Nicely – Hilly Fields 1892 / 49 Cigars

34.   Sonic’s Rendezvous Band – City Slang

35.   The Monkees – I’m A Believer

36.   The Johnny Burnette Trio – The Train Kept A-Rollin’

37.   Dolly Mixture – Everything And More

38.   The Misunderstood – Children Of The Sun

39.   Eddie Cochran – Summertime Blues

40.   The Jam – That’s Entertainment

41.   Shocking Blue – Send Me A Postcard

42.   The Church – Unguarded Moment

43.   The Nights Of Iguana – Dry Nancy

44.   Pretenders – Kid

45.   Curved Air – Back Street Luv

46.   Clearlake – Winterlight

47.   The Droogs – Only Game In Town

48.   The FlaminGroovies – You Tore Me Down

49.   Oasis – Don’t Look Back In Anger

50.   The Jam – Going Underground

51.   The Chills – Pink Frost

52.   Ephemera – Happy, Grateful, Aware

53.   The Seers – Lightning Strikes

54.   Judy Clay & William Bell – Private Number

55.   Buddy Holly – Peggy Sue

56.   The Libertines – What A Waster

57.   Nurses – D.Y.F.

58.   Wipers – Romeo

59.   Richard Harris – Mac Arthur Park

60.   Droogs – Collector’s Item

61.   Nirvana – Smells Like Teen Spirit

62.   Bangles – Hero Takes A Fall

63.   Echo and the Bunnymen – The Pictures On My Wall

64.   The Youngbloods – Get Together

65.   Jimmy Curtiss – Johnny Get Your Gun

66.   The Raconteurs . Steady, As She Goes

67.   The Kinks – Sunny Afternoon

68.   The Stems – At First Sight

69.   The Cowsills – The Rain, The Park & Other Things

70.   Direct Hits – Modesty Blaise

71.   The Smoke – My Friend Jack

72.   The Supremes – Love Is Here, And Now You’re Gone

73.   The Beach Boys – Wendy

74.   The Smiths – Heaven Knows I’m Miserable Now

75.   The Ones – Lady Greengrass

76.   The Bongos – Bulrushes

77.   The Boots – Gloria

78.   The Dentists – Strawberries Are Growing In My Garden (And It’s Wintertime)

79.   Squire – My Mind Goes Round In Circles

80.   The Slickee Boys – Here To Stay

81.   The Syn – 14th Hour Technicolour Dream

82.   Melrose – Gang War

83.   The Grass Roots – Midnight Confessions

84.   Virna Lindt – Attention Stockholm

85.   The Monks – Love Can Tame The Wild / He Went Down To The Sea

86.   Edgar Broughton Band – Hotel Room

87.   Smokey Robinson & The Miracles – The Tears Of A Clown

88.   Joey Dee & The StarlitersYa Ya

89.   The Svensk – Dream Magazine

90.   Eppu NormaaliPuhtoinen lähiöni 

91.   The Names – Why Can’t It Be

92.   Adamo – Inch Allah

93.   Lemon Tree – William Chalker’s Time Machine

94.   Kursaal Flyers – Little Does She Know

95.   MC5 – Kick Out The Jams

96.   The Creation – Painter Man

97.   The Adverts – No Time To Be 21

98.   Cosmic Rough Riders – Baby, You’re So Free

99.   The Herd – From The Underworld

100.                       The Teardrop Explodes – Treason

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