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Letztes Update: 20. Juli 2017


Die Kurzen

Die Bewertungsskala:

* Materialverschwendung! - ** muss man nicht kennen - *** sollte man mal gehört haben - **** Anschaffung sehr zu empfehlen - ***** gehört in jede Plattensammlung!

12bleached.jpgBleached – Can You Deal? (12”EP, Dead Oceans)

 

 

Eigentlich besteht diese Band ja nur aus dem Geschwister Duo Jennifer und Jessica Clavin aus Los Angeles. Doch live werden sie ergänzt um eine Bassistin und einen Drummer. Und auch im Studio haben sicher ein wenig Unterstützung. Letztes Jahr erschien eine eher grantige Garage Rock LP von ihnen. Diese vier neuen Tracks sind nun zwar keineswegs zahm, aber vor allem auf der ersten Seite der EP mit „Can You Deal? und „Flipside“ ziemlich eingängig und recht  poppig. Die anderen beiden Tracks „Turn To Rage“ und „Dear Trouble“ sind dann wieder etwas garstiger, ohne den Pop Appeal zu vernachlässigen. Mich erinnert diese EP an Kim Shattuck und The Muffs. Klasse! ****

 

 

10evergreen.jpgThe Darling Buds – Evergreen (10“EP, Odd Box)

 

 

Yeah! Die Band um Sängerin Andrea Lewis aus Newport, Wales, hat eine neue Platte rausgebracht! Ende der 1980er gehörte die Band zu einer ganzen Liga toller Power Pop Bands mit Leadsängerin aus Großbritannien. Und nun nach 25 Jahren Pause sind sie wieder da. Nichts verlernt. Immer noch absolut catchy die Melodien, druckvoll und luftig zugleich die Arrangements. Vor allem die beiden Tracks der A-Seite „Evergreen“ und „Guess The Good Parts“ knüpfen nahtlos bei den Hits von damals an. Die anderen beiden Tracks sind etwas verhaltener aber nicht minder hörenswert. ****

 

 

10newthrills.jpgThe Primitives – New Thrills (10“EP, Elefant Records)

 

 

Schon länger wieder aktiv sind The Primitives mit der Sängerin Tracy Tracy, die aber aus der gleichen Tradition wie The Darling Buds stammen und damals auch zur gleichen Zeit ein paar Hits hatten. Auch ihre neue EP bringt tolle Melodien und luftig leichte Arrangements ganz im Stil dieses Sixties infizierten Power Pop. Fein! ****

 

 

12moccascene.jpgThe Moccascene – Disappointments (12“EP, Waterfall)

 

 

Im letzten Jahr gab es bereits eine auf 50 Stück limitierte Privatpressung im 7“ Format mit dem Titeltrack dieser EP und „Back In 1969“ auf der Flipside. Jetzt also eine offizielle Veröffentlichung mit zwei Tracks mehr dieses Berliner Mod Pop Projekts des Bassisten Michell Gutiérrez Gómez, der sonst u.a. bei Mas Shake den Bass spielt. Leicht melancholischer Sixties orientierter Mod Pop wie gesagt bei drei Tracks. Lediglich „Mr. Pain“ kommt mit etwas mehr Aplomb und Druck daher. Die anderen Stücke, vor allem das Piano dominierte „Seventeen“ wirken zurückhaltender und verdanken Paul McCartney, dem großen Kollegen an der Bassgitarre, sicher so einiges. ***1/2

 

 

12monks.jpgThe Monks – The Hamburg Recordings 1967 (12“EP, Third Man)

 

 

Im Frühjahr 1967 traten The Monks regelmäßig Im Top Ten Club in Hamburg auf. Nachts, wenn die letzten Besucher gegangen waren, nahm die Band dort dann noch ein paar neue Songs auf, die sich übrigens von ihrem fast punkigen und eher aggressiven Stil der LP aus dem Jahr 1966 doch deutlich unterschieden. Dennoch sind diese Aufnahmen natürlich immer noch eindeutig als The Monks zu identifizieren. Der erste Track auf dieser 12“ „I’m Watching You“ entstand bei den Sessions zur letzten Single der Band „Love Can Tame The Wild“. Die anderen vier Tracks stammen wie gesagt aus den Nachtsessions im Top Ten Club. Melodisch und erstaunlich verhalten klingen The Monks hier. „I Need U Shatzi“ klingt fast wie ein Outtake früher Beatles Sessions, wäre da nicht das typische Banjo und die Farfisa Orgel. Und dann ist da auch noch eine Trompete, wenn ich mich nicht irre. Auf jeden Fall ist es toll, dass diese Aufnahmen aufgetaucht sind und nun allen Fans der Band zugänglich. ****

 

 

7BeatOrg.jpgBeat Organization – Beat ici là-bas / Plastic People / Un train (7“, Twang!)

 

 

Die Beat Organization gibt es rund 20 Jahre schon. Vor allem als Live Band mit einem Repertoire von über 1000 Songs und einem stets wechselnden Pool von erstklassigen Musikerinnen und Musikern aus der Beat, Mod, R&B und Soul Szene vorwiegend Berlins. Was es bisher nicht gab, das war ein Tonträger, eine Schallplatte. Ende letzten Jahres fragte mich Olivier (Mastermind der Beat Organization), ob ich was dagegen hätte, wenn sie eine 7“EP auf Twang! rausbrächten. Sie kümmerten sich auch selbst um alles, ich müsse nur Label und Logo zur Verfügung stellen. Und so geschah es. Drei Tracks aus dem vielseitigen Fundus der Band sind hier nun in Vinyl gebannt. Zum Auftakt eine Art Klangcollage unter Verwendung bekannter Versatzstücke u.a. aus dem TV, im Studio von Olivier selbst verfeinert und mit Text versehen. „Plastic People“ ist eine Live Aufnahme aus dem Bassy Club. Und „Un train“ entstand zwar im Studio, wurde aber im Prinzip in einem Take live eingespielt und nachträglich mit Bahnhofsatmosphäre versehen. Fragt mich nicht, von wem die Originale stammen. Eine gelungene Visitenkarte der Band. R&B mit französischem Einschlag, Art Pop und Garage Beat. Sehr schön! ****

 

 

7Jahnukaiset.jpgJahnukaiset & Janne Laurila – Anarchy In The U.K. / Laura (7”, Hiljaiset Levyt)

 

 

Eine traditionelle Swing Kapelle aus Tampere, die bereits seit gut 20 Jahren aktiv ist. Hier haben sie sich das Debüt der Sex Pistols vorgeknüpft und interpretieren es auf ihre ureigene sympathische Art mit Klarinette, Marimba, Kontrabass und mit dem Besen gespieltem Schlagzeug. Auf der Flipside ein selbst verfasstes eher tragisches Liebeslied für die Angebetete, die den Protagonisten mit Schokolade im Krankenhaus besuchen muss, nachdem er von einem Auto angefahren wurde. Er verspricht ihr ewige Treue, wenn sie weiter seine Socken wäscht. ***1/2

 

 

7BJs3.jpgBJ’s New Breed – How Come / I’ll Never Come Back Again (7“, Time For Action)

 

 

Ehemalige Mitglieder der legendären Wiener Mod Band The Jaybirds haben vor gut drei Jahren diese neue Mod und R&B Combo gegründet. Auf ihrer dritten Single hier treten sie in die Fußstapfen der Animals und Yardbirds mit eigenen Kompositionen. Auf der der A-Seite eine von der Hammond Orgel dominierte Ballade. Auf der Flipside geht es dann etwas flotter zur Sache, aber immer noch streng auf den Spuren der Vorbilder aus den Jahren 1964/65. Klasse Gitarrenlicks und Harmonica Einwürfe! ****

 

 

7Parkes.jpgSamuel S. Parkes – Lock & Key / Let Me Go (7“, Time For Action)

 

 

Eine Soul Combo aus Leeds, die ganz im Stil alter Helden aus den Sixties musiziert. Sehr schöne gefühlvolle Ballade auf der der ersten Seite mit weiblichen Backing Vocals. Drehen wir die die Single um, und es erklingt ein flotter Stomper, der bei jedem Northern Soul Allnighter zu besonderer Ehre gereichte. ****

 

 

7Weeks.jpgWeeks – Get Away / Law And Order / Fingers Raised (7“, Time For Action)

 

 

Eine britische Mod Punk Band, die dem Akzent nach wohl nicht weit von London zuhause ist. Alle drei Tracks hier in typischem Mod Sound der späten 70er. Beeeinflusst von The Jam, The Chords, The Merton Parkas u.ä. Treibender Beat, abgehackte Akkorde und mit Inbrunst vorgetragener Gesang. Typische Breaks und melodische Wendungen. Feine Sache! ****

 

 

7BrandNew.jpgThe Deep Six – Brand New Day / Goodbye Yesterday (7“ Heavy Soul)

 

 

Die Musiker von The Deep Six waren zum Teil schon in den 80ern in Mod Bands aktiv. Hier nun ihre neue Single. Im letzten Jahr gab es ja bereits eine EP auf Heavy Soul. „Brand New Day“ ist eine flotte, hochmelodische Pop Hymne, wie sie schon The Searchers oder The Hollies vor 50 Jahren zu Gehör brachten. Ein bisschen mehr Tempo und ein bisschen mehr Druck, wie bei den Neo Mods der frühen 80er geben The Deep Six dazu. Und auf der Flipside verabschieden sie sich dann auch mit typischer Jangle Gitarre vom Gestern. ***1/2

 

 

7Shoots.jpgThe Shoots – I Don’t Know / Do The Jerk (7“, Heavy Soul)

 

 

Eine neue R&B und Garage Beat Band aus London unter Beteiligung von Paul Orwell, der hier auch beide Songs geschrieben hat. Beides kurze, druckvolle Stomper im Stil der frühen Who oder Pretty Things. Krachend kreischende Gitarre und satter Bass. Die Single ist natürlich wieder streng limitiert und wohl bereits vergriffen. ****

 

 

7Needles.jpgPaul Orwell – Needles & Sins (7“ Flexi)

 

 

Den Käufern der The Shoots Single wurde diese sehr limitierte Flexi Single von Paul Orwell zusätzlich angeboten. Natürlich war sie sofort vergriffen. Der Klassiker von Jackie DeShannon respektive The Searchers erfährt hier eine Garagen Behandlung. Fuzzgitarre gesellt sich zur jangelnden Rickenbacker. Und auch die Drums sind etwas präsenter. Im Hintergrund hämmert ein Piano und schließlich wird dann noch ein seidiger Orgelteppich gewoben. Der Gesang ist schön verhallt. ****

 

 

7Casting.jpgThe Higher State – Your Casting Doubt / X-Ray Day (7“, Market Square)

 

 

Psychedelischer Garage Rock Pop mit prägnanten Orgelriffs, scheppernden Drums, Fuzzgitarren und verhangen quengelndem Gesang wird hier geboten. The Higher State aus der Grafschaft Kent sind zuverlässige Lieferanten von ganz typischem moody Garage Beat, wie er sonst nur in den Vorstädten und und ländlichen Gebieten der USA zwischen 1965 und 1966 entstand. ****

 

 

7MoveAlong.jpgThe Reverberations – Move Along / Why Ya Gotta Be So Mean (7“, Beluga Music)

 

 

Aus Portland, Oregon, stammt diese Garage Beat Band. Im letzten Jahr erschien ihr Debütalbum bei Screaming Apple hier in Deutschland. Nun legen sie mit einer feinen 7“ auf Beluga aus Schweden nach. „Move Along“ wird dominiert von gemütvollen Orgelflächen und dezent quengelnder Gitarre. Darüber eine leicht exaltierte fordernde Gesangsstimme. Auf der Flipside wird das sogar noch getoppt von einer geradezu klassischen Garage Punk Hymne mit feinem Schweineorgelsolo nach dem Break. ****

 

 

7Fireworks.jpgThe Fireworks – Dream About You / Better Without You Now / We’ve Been Wasting Time (7“, Shelflife)

 

 

Eine Power Pop, Fuzz Pop Band bestehend aus zwei Frauen und zwei Männern aus London. Und so klingt das dann auch. Schnell, melodisch, fuzzy, poppy und mit viel Aplomb vorgetragen. Erst träumt man/frau noch von der idealen Partnerin, dem passenden Partner. Und dann ist es auch schon wieder vorbei, und man/frau ist froh, dass der Partner, die Partnerin weg ist. Und schließlich stellt man/frau unter Einsatz von ohrenbetäubendem Feedback fest, dass alles nur Zeitverschwendung war. ***1/2

 

 

7Peaness.jpgPeaness – Same Place / Seafoam Islands (7“, Odd Box)

 

 

An der Universität von Chester im Norden Englands trafen sich 2014 drei Mädels und gründeten die Band Peaness. Bei Bandcamp verkaufen sie nicht nur Vinyl Singles, auch Pins, Badges, T-Shirts, Taschen und Musik Kassetten sind im Angebot und sogar Erbsen (Peas). Mit Penis hat der Bandname also wohl nichts zu tun. Die Musik der Drei ist feiner Gitarrenpop ganz in der Tradition der C86 Szene damals in den Eighties. Schrammelgitarren und viel Druck von Bass und Drums. Darüber hübsche Melodien und fluffige Texte. ***1/2

 

 

7Asteroid.jpgThe Asteroid No. 4 – Ticking Time Bomb / Broken Moon (7”, 13 O’Clock Records)

 

Aus Philadelphia stammt diese Band, und es gibt sie schon eine ganze Weile. Seit 1997 veröffentlichen die Jungs mehr oder weniger regelmäßig ihre Musik bei diversen kleinen Labels. Psychedelic Pop, der sich eher an britischen Vorbildern aus den Sixties orientiert, wird hier geboten. Sehr laid back aber auch hübsch melodisch und auf der A-Seite ein wenig schräg verschwurbelt. Lohnt sich aber. ****

 

 

7Brix.jpgBrix & The Extricated – Something To Lose / Faced With Time (7”, Blang Records)

 

Brix Smith ist gebürtige Amerikanerin. The Fall und Mark E. Smith lernte sie in die frühen 80er Jahren kennen. Brix folgte der Band nach England und heiratete Mark. Dann gründete sie ihre eigene Band The Adult Net, mit der sie Sixties orientierten Psych Pop spielte. Inzwischen ist Brix längst wieder von Mark geschieden. Doch musizierte sie nach dem Ende ihrer eigenen Band auch mit The Fall weiter. Das hier ist nun ihre neue Band, die sich überwiegend aus ex-The Fall Musikern rekrutiert. Bei dieser Debütsingle, die bereits Ende letzten Jahres erschien, hört man das auch sehr deutlich. Auf der A-Seite etwas deutlicher. Die Flipside dagegen lässt auch Echos von The Adult Net hören. Ein Album der Band soll später in diesem Jahr rauskommen. Dieser Appetithappen macht jedenfalls schon den Mund wässrig. ****

 

 

7CreamerW.jpgCreamer & Wesley – Geoffrey Porter / Carnivals (7”, Psych-A-Rella Records)

 

Ein Duo aus London, das nicht nur dem Aussehen nach direkt aus dem Summer of Love 1967 in die Gegenwart gebeamt worden sein könnte. Ihre Debütsingle hier bietet hübschen Psych Pop, leicht und luftig mit Jangle Gitarre und Genre typischen Soundeffekten wie etwa rückwärts laufenden Gitarren. Beide Songs sind zwar nicht unbedingt kompositorische Meisterleistungen, aber doch auch inhaltlich recht stimmig und passend. ***1/2

 

 

7CreationFactory.jpgThe Creation Factory – Let Me Go / You Got It (7”, Market Square Records)

 

Diese großartige Garage Psych Single stammt von einer Band aus Los Angeles. The Creation Factory ist ein Ableger der Mystic Braves. Während die instrumentale Flipside an Booker T. & The MG’s erinnert mit ihrem Orgel-Groove und dem lässig verschleppten Rhythmus, ist die A-Seite bereits jetzt ein Garage Beat Klassiker, der auf jedem Pebbles oder High In The Mid Sixties Sampler einen Ehrenplatz finden würde. Paul Messis hatte mal wieder den richtigen Riecher und die Single auf seinem Market Square Label rausge-bracht. Die Auflage von nur 300 Stück ist bereits restlos vergriffen. ****1/2

 

 

7JasmineMinks.jpgThe Jasmine Minks – Ten Thousand Tears / I Can’t Hide (7”, Oatcake Records)

 

Eine der ersten Bands auf Alan McGees Creation Label waren sie einst. The Jasmine Minks aus Schottland spielen leicht melancholischen Jangle Pop hier auf dieser neuen und natürlich ziemlich limitierten 7“. Die Single ist allen schmerzlich vermissten Familienangehörigen gewidmet und ganz besonders dem Bruder des Gitarristen der Band, der an einer schweren Nervenerkrankung leidet. Alle Einnahmen der Single gehen an die schottische Gesellschaft zur Erforschung dieser Krankheit Motoneurone Disease (MND). Man tut also nicht nur sich selbst etwas Gutes, wenn man diese feine Single kauft. ***1/2

 

 

7Letsgethigh.jpgThe Neighbourhood Strange – Let’s Get High / One Last Chance (7“, Strange Recordings)

 

Bereits ihre zweite Single bringt diese sehr stilbewusste Garage Psych Band aus Salisbury nun schon innerhalb eines Jahres raus. Das war früher in den Sixties völlig normal. Heute zeugt es von Selbstbewusstsein und Mut zum Risiko. Allerdings müssen die Jungs wohl nicht fürchten, auf ihren Singles sitzen zu bleiben. Eine gelungene Steigerung ist hier zu hören. Dezente Orgel, druckvolle Gitarrenriffs, überzeugender Gesang und zwei absolut tolle Songs, die direkt aus dem Jahr 1966 sein könnten. ****1/2

 

 

7OhGunquit.jpgOh! Gunquit – Nomads Of The Lost / Walking The Streets (7“, Trash Wax)

 

Als Mischung aus The Cramps und The B-52’s wurde diese Band aus London schon beschrieben. Und so abwegig ist das gar nicht. Wobei das Pendel dann doch eher Richtung Cramps ausschlägt. Rockabilly Trash und eine sehr überzeugende Leadsängerin machen diese Single zu einer wirklich hörenswerten Angelegenheit. ****

 

 

7HardShakes.jpgPaul Orwell – Hard Shakes EP (7“, Heavy Soul)

 

Wer die Entstehung dieser EP bei Facebook verfolgt hat, also das was Paul Orwell dort im Vorfeld der Veröffentlichung regelmäßig gepostet hat, der konnte sehen, wie viel Spaß es dem jungen Musiker macht, so eine EP zu konzipieren, aufzunehmen, das Cover zu entwerfen und dann zu beobachten, wie schnell die Auflage von 250 Stück weg geht. Die Musik hat Orwell wieder allein eingespielt. Vier kurze, knackige Instrumentals, die sich an Vorbildern aus dem Mid-Sixties orientieren mit Schweineorgel, Fuzzgitarre und flottem Beat. Mehr oder weniger jede britische Beat Band hat damals solche Fingerübungen gemacht. Und Paul hat aufmerksam zugehört. ****

 

 

7RebelSet.jpgThe Rebel Set – 4-track EP (7“, Hidden Volume)

 

Garage Punk Pop Quartett aus Phoenix, Arizona. Die Band gibt es bereits seit mindestens 2008. Da erschien ihre erste EP „Teenage Killer“. Eine LP gibt es auch schon. Ich kenne aber nur diese neue EP hier. Und die enthält vier ganz genretypische schnelle Stomper mit Quietscheorgel, Twang Gitar-ren und knarzendem Gesang. Feine Sache! ***1/2

 

 

7WellwaterC.jpgWellwater Conspiracy – Lucy Leave / Sleeveless (7“, God Unknown Records)

 

Eigentlich ja keine Unbekannten, an mir ging diese Band bis-her jedoch eher vorbei. In Seattle 1993 von Musikern der Bands Hater, Soundgarden und Monster Magnet gegründet spielt die Band nach eigener Aussage Psychedelic Garage Rock. Hier haben sie sich als Syd Barrett Fans dessen Song „Lucy Leave“ vorgenommen, den sie sehr stilecht interpretieren. Auf der Flipside dann ein eigener Song der Band, der von seiner ganzen Atmosphäre her an die Thirteenth Floor Elevators erinnert. Gefällt mir. ****

 

 

7Ace.jpgThe Ace – I Dream Love / Man Out Of Time (7”, Crocodile Records)

 

Englische Beat, Mod und Garage Pop Band. Ihr Stil und Sound erinnert sehr an den von The Above aus Brooklyn. „I Dream Love“ ist ein sehr gefälliger Upbeat Track, während „Man Out Of Time“ mit einer hypnotischen Bassfigur und einer fast schon psychedelischen Melodieführung überzeugt. Tolle Single und die erste Vinyl Veröffentlichung der Band. ****1/2

 

 

7Ar-Kaics.jpgThe Ar-Kaics – Just My Life / It’s Her Eyes (7”, Wick Records)

 

Schon die zweite Single der Band in diesem Jahr. Und es gibt nur wenige junge Bands, die so dermaßen wie aus der Zeitmaschine entsprungen klingen. Absolut authentischer Garage Beat mit Fuzz Gitarre, Tremolo, knarzigem Gesang mit viel Hall und einer schlichten Pop Melodie auf der A-Seite. Drehen wir die Scheibe um, setzen den Tonarm in die Einlaufrille und sogleich erklingt eine wunderbare Teen Beat Ballade. Schlicht aber effektiv. ****

 

 

Os Courettes – Boom! Dynamite! / T-C-H-A-U (7“, Bachelor Records)

 

Dieses dänisch/brasilianische Duo hat schon mit seiner 10” im vorigen Jahr Furore gemacht. Diese neue Single geht ebenfalls krachend zur Sache. Lo-Fi Garage Punk ist das mit Fuzzgitarre und scheppernden Drums. ***1/2

 

 

7Curlee.jpgCurlee Wurlee – Agents Of The Ape EP (7“, Copase Disques)

 

Diese deutsch-französische Garage Pop Band aus Hamburg gehört bereits zu den Veteranen der Neo Garage Szene Europas. Vier LPs und zahlreiche Singles gibt es schon von der Band, die ihre Besetzung in den vergangenen knapp 20 Jahren ebenfalls bereits mehrfach änderte. Beständige Konstante ist eigentlich nur die Frontfrau Cécile Musy, die singt – mal Deutsch, mal Französisch, mal Englisch – und die Quietscheorgel bedient. Diese neue 3-Track Single bietet beste Unterhaltung mit flotter Beatmusik mit einem Augenzwinkern. ***1/2

 

7DeepSix.jpgDeep Six – Full Fathom Four EP (7”, Heavy Soul)

 

Mark McGounden war in den 80ern bei der Band Makin’ Time. Und nun ist er der führende Kopf dieser wunderbaren Mod Combo. Ganz im Stil der Hollies, Searchers und typischer britischer Sixties Pop Bands. Bei den Songs denkt man unwillkürlich, das kenne ich doch. Drei der Tracks wurden von McGounden geschrieben, einer stammt vom Bassisten Marty Street. Alle vier Tracks bieten feinen melodischen Mod Beat. ****

 

 

Diane And The Gentle Men – Motorcycle / Boyfriend (7”, One Little Indian)

 

Power Pop, Girl Pop aus den USA produziert von Steve Wynn. Eine tolle Stimme, schöne Pop Melodien, Gitarren Hooks, die an die späten Seventies denken lassen, dazu flotter, treibender Beat. Was will man mehr? ****

 

 

7Diztones.jpgThe Diztones – Money Is The Murderer EP (7”, Copase Disques)

 

Sie selbst nennen ihre Musik Northern Beat oder Garage Soul. Letztlich ist es Power Pop mit Punk Attitüde, was die Jungs aus St. Pauli auf dieser 4-Track EP bieten. Mit viel Schmackes und einem guten Gefühl für Melodien, die hängen bleiben, geht die Band zur Sache. Pumpender Bass, feine Orgelriffs und in der Tat ein gewisses Northern Soul Gefühl sind dabei. ****

 

 

7Embrooks.jpgThe Embrooks – Nightmare / Helen (7”, State Records)

 

Das Trio gehörte zu den hoffnungsvollen Neo-Mod und Freakbeat Bands aus dem UK so um die Jahrtausendwende. Dann hörte man lange nichts. Und nun sind sie wieder da mit einer recht wilden Psych Beat Single. „Nightmare“ ist ein ganz neuer Track und „Helen“ ist eine Neuaufnahme einer ihrer bewährten Freakbeat Nummern. ****

 

 

7Fronteers.jpgFronteers – Streets We’re Born In EP (2x7”, Warren)

 

“Full Moon” hat sich bereits zu einem Radio Hit in Berlin entwickelt. Aber auch die anderen Tracks auf dieser Doppel-Single sind absolut hörenswert. Das ist nun mal eine Band aus der englischen Provinz, die nicht ganz so typisch Sixties beeinflusst daherkommt. Eingängige Melodien und feine Jangle Gitarren werden freilich auch hier geboten. Britpop eben. Mit einer gehörigen Portion Power Pop und gelegentlichem Feedback dazu. ****1/2

 

 

7GreenMachines.jpgThe Green Machines – Girl Like You / Heart Of Black (7”, not on label)

 

Hier nun wieder ganz typischer amerikanischer Garage Beat mit exaltierten Gitarrensounds, quäkender Orgel und viel Hall und Tremolo. Woher die Band genau kommt, lässt sich nicht rausfinden. Es würde mich aber nicht wundern, wenn sie mit einer Zeitkapsel direkt aus dem südlichen Texas des Jahres 1966 angelandet wäre. ****

 

 

7Kumari.jpgThe Kumari – Abyss / Space Witch (7“, Soundflat)

 

Diese Londoner Band ist schon ein paar Jahre aktiv. Ihre Singles erscheinen immer wieder auf einem anderen Label. Musikalisch sind sie zumindest bei dieser neuen 7“ eher dem psychedelischen Westcoast Sound verpflichtet mit Anleihen bei Space Rock und Acid Rock. So heftig hab ich die Band bisher noch nicht gehört. Gefällt mir aber. ****

 

 

7MissingS.jpgThe Missing Souls – Sweet Sweet Sadie / The Alligator (7”, State Records)

 

Jawoll! Bratgitarre voll auf die Zwölf! Stampfkartoffelbeat, exaltierter Gesang und höllisch eingängige Melodie mit lauten “Hej Hej Hej” Rufen und dann noch das kleine Schweinesolo auf der Orgel. Mehr Klischee geht kaum. Und auf der Flipside setzen sie noch Einen drauf. Franzosen natürlich. Nur Franzosen können so herrlich übertreiben ohne dabei gleich total peinlich zu wirken. ****

 

 

7MojoB.jpgMojo Brothers – Don’t Lie To Me / Marie Ann (7”, Off Label)

 

Zwei Brüder aus Deutschland offenbar. In den Fußstapfen der White Stripes und der Black Keys spielen sie ungestümen vorwärts treibenden Garage Beat als wären sie zu Dritt. Ohne Bass aber trotzdem mit fulminantem Bass Sound. Phänomenal! ***1/2

 

 

7TooYoung.jpgPaul Orwell – Too Young To Die (7”, Heavy Soul)

 

Er hat seinen Spaß, der Paul. Eine wieder streng limitierte einseitige Single in handgefaltetem Cover. Quengelnder Freakbeat mit Fuzzgitarre, Schweineorgel und jede Menge Hall auf der Stimme. Es beginnt sich abzunutzen, Paul. Der Song ist dennoch gut, aber es gab definitiv schon bessere von Mister Orwell. ***1/2

 

 

7PlanetJazz.jpgPlanet Jazz – New To Try / You Don’t See Me / Know When I Am Lonely / Let’s Not Go (7”EP, Crocodile)

 

Vier flotte punkige Power Pop Garage Rock Tracks von einer Band aus dem UK. Erinnert mich an die Zeit um 1978/79, als solche Bands wie Pilze aus dem Boden schossen. Warum die Jungs sich Planet Jazz nennen, will sich mir zwar nicht recht erschließen, aber was soll’s, die Platte macht richtig Spaß. Muss man laut hören! ***1/2

 

 

7Olympus.jpgThe Rising – Olympus / I Want You (7”, Detour)

 

Aus Southampton im Süden Englands kommt diese Band, die irgendwo auf den Spuren der KInks ebenso wie Oasis oder wahlweise Blur ihre eigene Version von Britpop mit psychedelischen Einsprengseln vorführt. „Olympus“ ist mit fast sechs Minuten  etwas zu lang und bombastisch geraten. „I Want You (I Need You)“ ist die eher überzeugende Mod Pop Hymne. ***1/2

 

 

10Seen.jpgThe Seen – The Seen 5-track EP (10”, Copase Disques)

 

Diese Bonner Beat und Art Pop Band gibt es schon ein paar Jahre. Doch ist das hier nun ihre Debütplatte, eine 10“ EP mit fünf Tracks. Lead-Track ist das großartige „Big Sensation“, das im Original von der Bonner Sixties Gruppe The Cool Stove ist. Die Originalsingle gehört zu den rarsten und zugleich lohnendsten Freakbeat Singles aus Deutschland. Die neue Version von The Seen ist aber ebenfalls sehr gelungen und hat tollen Drive. Besonders erfreulich der Gesang Ania Bohémissas und die coole Lead-Gitarre.von Peter Weidner. Aber auch die vier anderen Tracks, alle selbst geschrieben, sind sehr gelungen. Bei „Time Of Change“ überzeugt vor allem die Orgel. Der Sound der Band changiert zwischen Freakbeat und Soul Pop und ist durchaus eigenständig. „Trouble“ geht mit Energie nach vorne. An Bands wie Makin‘ Time oder sogar The Prisoners kann man dabei denken. „Make It Right“ überzeugt mit dynamischem Soul Mod Pop. Und zum Schluss dann treibender Mod Beat mit „Since You’ve Been Gone“. Die beste EP des Jahres ohne jeden Zweifel. ****1/2    

 

 

7SeeNoEvils.jpgThe See No Evils – I Wanna Be Free / Cherry O (7”, Heavy Soul)

 

Die neue Single der Jungs aus Leeds bietet wieder ganz formidablen Bo Diddley infizierten R&B und Garage Beat. Hoffentlich kommen sie nun endlich auch mal für ein paar Gigs zu uns. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Seite der Single die bessere ist. Beide gehen absolut in die Beine und gut ins Ohr. Vortrefflich! ****

 

 

7SidewalkSociety.jpgSidewalk Society – Can’t Help Thinking About Me +3 (7”, Fruits de Mer)

 

Eine kalifornische Mod und Psych Band, die es wohl auch schon eine Weile gibt. Hier haben sie sich, dem Konzept des Fruits de Mer Labels folgend, vier Sixties Originale aus London vorgenommen. Zwei Songs des ganz jungen David Bowie „Can’t Help Thinking About Me“, das 1966 als 7“ erschien, und „Let Me Sleep Beside You“ aus dem Jahr 1967, das aber von Bowie selbst erst viel später im Zuge von Resteverwertung veröffentlicht wurde. Beide Songs tolle Beispiele für das junge Mod und Psych Pop Talent David Bowie. Die anderen beiden Songs stammen im Original von den legendären The Action, waren damals aber unveröffentlicht, was jedoch kein Indiz für mangelnde Qualität ist. Beides großartige Psych Pop Titel, die von den Kaliforniern absolut stilsicher präsentiert werden. ****1/2

 

 

7SoftCandy.jpgSoft Candy – Bixarre Luv Pyramids / Song For Ellie Mae (7”, HoZac Records)

 

Das nun ist die Debütsingle einer jungen Psych Pop Combo aus Chicago. Hypnotisch und filigran zugleich mit einer wirklich feinen Pop Melodie überzeugt „Bixarre Luv Pyramids“. Der „Song For Ellie Mae“ erzählt eine kleine Geschichte in den Fußstapfen von Ray Davies. Jangle Gitarren und hübscher Harmoniegesang begleiten die Sache. **** 

 

 

7Standals.jpgThe Standals – Do The Twang / Movin’ On (7”, Off Label)

 

Zwei Musiker aus Süddeutschland, die schon in einigen Bands Blues und R&B gespielt haben, kommen hier für eine Single zusammen. „Do The Twang“ ist Garage Beat mit Twang Gitarre eben. „I’m Movin‘ On“ ist eine düstere bluesige Akustik Ballade. ***

 

 

7SOAG.jpgThe Teamsters – Sharp Suited S.O.A.G. / Why You Wanna Do That (7”, Bachelor Records)

 

Eine neue Single der Teamsters aus London auf einem neuen kleinen Label aus Österreich. „Sharp Suited Son Of A Gun“ bringt typischen flotten Mod Beat, der ein bisschen an The Who erinnert. Auf der Flipside dann simpler straighter Beat im Stil der sehr jungen Beatles. ****

 

 

7ThistyEyes.jpgThirsty Eyes – Modesty Between Strangers / Two Tracks (I Love You Without Words) (7”, Acre Of Bacon Records)

 

Eine Garage Pop und Folk Rock Band aus Wien, die seit 2014 aktiv ist und hier ihre Debütsingle präsentiert. Beide Tracks sind eher verhalten und haben so einen Boheme Stil, der schon recht weanerisch wirkt, trotz englischem Gesang. An Tom Waits muss ich auch denken, aber nicht wegen der Stimme, keine Bange. Gerade sind sie zusammen mit Kristof Hahn aufgetreten, falls das für irgendwen als Empfehlung gelten kann. ***1/2

 

 

7WickedW.jpgThe Wicked Whispers – If I Set You Free / Zodiac Girl (7”, Electone)

 

Die neue Single der Band aus Liverpool bietet dieses Mal eher kraftvollen Beat zu einer von Twang Gitarre und psychedelischen Effekten getragenen Pop Melodie. Das „Zodiac Girl“ auf der Flipside erinnert dann wieder mehr an die bisherigen Popsike Veröffentlichungen der Band, mit flirrender Orgel, Freakbeat Gitarre und fast süßlichem Gesang. ****

 

 

7DarkClouds.jpgThe Wrong Society – Dark Clouds / Don’t Know Why (7”, 13 O’Clock Records)

 

Eine neue Single der Hamburger Neo-Sixties Garage Beat Band auf einem texanischen Label. Nach wie vor stehen die Jungs ganz in der Tradition des durch zahlreiche Pebbles Sampler dokumentierten Sounds. Und eigentlich muss ich auch wieder an diverse deutsche Beat Bands denken, von den jungen Rattles bis zu The Chocolate Factory. Eine andere Art von Hamburger Schule eben. ****

 

 

7AntiPony.jpgAnti Pony  I Go Places / Cry On The Floor (7”, PNKSLM)

 

Die Debütsingle eines Psych Pop Duos aus Stockholm erschien bereits Anfang 2015 in sehr limitierter Auflage. Und doch gibt es noch Exemplare. Die Single ist nicht etwa schlecht, es kennt sie offenbar nur niemand. Die A-Seite sehr schön verträumt, Dream Pop eher als Psych Pop. Die Stimme von Sanna Colling fast ätherisch. Die B-Seite ist dann schon viel psychedelischer mit allerlei Soundeffekten. Beide Tracks durchaus eingängig. ****

 

 

Baba Naga – Somos Lobos / Odmience (10”, Naughty God Records)

 

Psychedelia im weitesten Sinn passt auch als Attribut zu diesem Trio aus Sheffield. Ihre Debüt 10“ präsentiert zwei längliche Tracks (8 bzw. 6 Minuten) mit schleppendem Groove, verzerrten Gitarren und schweren Drone Sounds. Er-innert mich an eine Mischung aus Pink Floyd und Spacemen 3. Beide Tracks leben eher von Atmosphäre und Stimmung, als von Melodie oder Pop Appeal. Überzeugend wirken sie trotzdem. ***1/2

 

 

7Butchers.jpgThe Butchers – 69 Me / Wannabe (7”, Hiljaiset Levyt)

 

Seit den späten 1980er Jahren ist diese Rock’n’Roll und Psychobilly Band aus Tampere, Finnland, aktiv. Viele Platten haben die Jungs nicht gemacht. Ich wusste bis zu dieser Single gar nicht, dass es sie noch gibt. Ihr erstes Lebens-zeichen seit nunmehr neun Jahren zeugt jedoch von ungebrochener Vitalität und unbeugsamer Punk Attitüde. „69 Me“ ist der schnelle Rocker mit dem gewissen Pop Appeal und höllisch eingängigem Refrain. Auf der Flipside wird dann eher der ehrliche und klassenkämpferische  an TV Smith geschulte Punk Appeal zur Schau gestellt. ***1/2

 

 

12Melvista.jpgWesley Fuller – Melvista EP (12”, 1965 Records)

 

Australien ist die Heimat von Wesley Fuller, der aber hier nun eher in Großbritannien auf sich aufmerksam macht mit dieser 12“EP. Opener „Change Your Mind“ bringt eine käsige Synth Melodie und lässigen Gesang über einem stampfenden Glam Rock Beat. Der Titeltrack erinnert dann mehr an Wreckless Eric und Pub Rock. „Runaway Renee“ hat was von einem typischen Surf Pop Song der frühen Sixties. Doch wird auch hier kräftig Glamour aufgetragen. „The Dancer“ ist dann purer Power Pop mit einem deutlichen Glam Faktor. Wieder diese käsige Orgel, die wahrscheinlich eher ein Synthesizer ist. „Shock Me“ fängt mit einem Drum Computer an und wird dann zu einem New Wave Disco Rocker. Völlig aus der Zeit gefallen dieser Wesley Fuller. Aber irgendwie cool. ****

 

 

7LucyRats.jpgLucy And The Rats – Girl / Lose My Mind (7”, Monster Zero)

 

Lucy Spazzy stammt eigentlich aus Melbourne und ist dort, wenn man einigen Internetquellen trauen darf, schon eine Punk Legende. Inzwischen lebt sie in London und hat mit den Rats eine neue Backing Band gefunden. Ihre aktuelle Single ist eher Power Pop als Punk. Beide Tracks gehen gut ins Ohr und setzen sich dort auch gleich fest. ***1/2

 

 

7Neighbourhood.jpgThe Neighbourhod Strange – The Neighbourhood Strange / Wytches Sky (7”, LSD Records)

 

Garage Rock Band aus England. Es gibt inzwischen wieder mehr davon, will mir scheinen. Die A-Seite ihrer Debütsingle klingt recht gewöhnlich, so wie man es von vielen Genre Vertretern kennt und erwartet. Die Flipside dagegen hat eine eigene eher düstere Atmosphäre mit schöner Hammond Orgel, feinen Gitarrenparts und einer Gesangsstimme, die zwischen Iggy Pop und Rudi Protrudi changiert. ***1/2

 

 

7OctopusSyng.jpgOctopus Syng – Reverberating Garden No. 7 / Flaming (7“, Mega Dodo)

 

Vor zwei Jahren erschien das Album “Reverberating Garden No.7” der Finnen. Ein Track gleichen Namens war nicht auf der LP. Nun wird er als Single nachgereicht. Die Band gibt es seit gut 16 Jahren. Und sie hat sich schon immer stark an britischer Psychedelia und vor allem an Syd Barrett orientiert. Da ist es kein Wunder, dass auf der Flipside hier eine feine Version von „Flaming“ aus dem Pink Floyd Debütalbum erscheint. Die A-Seite verblasst dagegen fast ein bisschen, obwohl die Band sich bemüht, eine spezielle Atmosphäre zu schaffen und entsprechende Klänge fabriziert. Der Song ist leider einfach zu schwach. Insgesamt dennoch ***1/2

 

 

7Shivas.jpgThe Shivas – I’ve Had Enough / So It Goes (7”, Casino Trash)

 

Ein Garage Pop Trio aus Portland, Oregon, um die singende Schlagzeugerin Kristin Leonard. Seit gut acht Jahren gibt es die Band schon , aber ich entdecke sie erst jetzt mit dieser Single. „I’ve Had Enough“ erinnert von der Melodie her ziemlich an „The Tide Is High“. Kann Zufall sein, aber eigentlich müsste das der Band doch aufgefallen sein. Schließlich war „The Tide Is High“ mehrfach ein Hit in verschiedenen Versionen. Ansonsten erinnert der Sound auch bei „So It Goes“ an eine leichtgewichtigere Version von The Velvet Underground. Schöner trashiger Gitarrensound und schepperndes Schlagzeug, dazu erstaunlicher Harmoniegesang. Feine Single. ****

 

 

7AllForOne.jpgThe Stone Roses – All For One (7“, Virgin)

Sound, Produktion und Gitarren Gedudel ganz wie man es von ihnen kennt. Der Song ist hübsch aber nicht wirklich umwerfend. Und warum das eine einseitige Single ist, verstehe ich auch nicht. Keine weiteren Tracks in petto, was? Wie auch immer, ich setzte die Nadel einfach immer wieder am Anfang auf, und schließlich macht es klick und ich singe mit und bin hoch erfreut, wenn das völlig überdrehte Gitarrensolo kommt am Schluss. ****

 

7Strollers.jpgThe Strollers – Gotta Get Away / Six Foot Dirty Looking Beast (7”, Crusher)

Eine typische Garage Rock Band aus Schweden sind The Strollers. „Gotta Get Away“ ist ein echter Ohrwurm mit eingängiger Melodie, treibendem Rhythmus, kraftvollem Gesang und auch sonst den pssenden Zutaten wie Fuzz Gitarre und Quietsche-Orgel. Auch die B-Seite ist sehr stilecht, allerdings ein wenig dramatischer, geheimnisvoller. ***1/2

 

7Uutiset.jpgUutiset ja Sää – New Rose / Muumi Muumi (7“, Hiljaiset Levyt)

Das hier wäre wohl die erste Punk Single in Finnland gewesen, wäre sie damals 1977 bereits erschienen. Uutiset ja Sää ist eine Band aus Salo im Südwesten Finnlands. Gegründet bereits 1976 war die Band in den zwei Jahren ihres Bestehens eine Live Attraktion mit einem Repertoire, das sich an Dr. Feelgood, der Sensational Alex Harvey Band und Juice Leskinen sowie Dave Lindholm und anderen finnischen Underground Rock Musikern orientierte. Die Aufnahmen hier entstanden wie gesagt 1977. „New Rose“ ist ein Cover der ersten The Damned Single und „Muumi Muumi“ ist die finnische Version von „Mony Mony“ (Tommy James & The Shondells). Beide Tracks orientieren sich musikalisch an den Originalen und klingen recht roh und spröde, sie haben aber mächtig Dampf und Druck wie live halt. Der Bandname heißt übersetzt „Nachrichten und Wetter“. Zwei der Musiker gründeten 1978 dann die inzwischen legendäre finnische Punk Band Vaavi. ****

 

7Wellbad.jpgWellBad – Jackleen / Rid Of It (7“, Blue Central)

Eine eher traditionelle Rock’n’Roll Band aus Hamburg sind WellBad. Blues, Rockabilly und und eine gehörige Portion Trash sind die Zutaten hier. „Jackleen“ ist im originalen Sun Studio in Memphis, Tennessee aufgenommen. Und es klingt auch so, wie man sich Musik aus diesem Studio vorstellt. „Rid Of It“ wurde in Hamburg im Hafenklang aufgenommen und klingt nicht nach Hafenklang, eher nach Toe Rag und auch ein wenig so wie Musik von den Flaming Stars aus England. ***1/2 

 

10Reason.jpgThe Above – There Is A Reason (10”EP, Hidden Volume)

 

Da sind sie wieder, die sehr britischen und Swinging London affinen Jungs aus Brooklyn, New York. Die Gitarren jangeln wie bei The Hollies. Der Sound ist insgesamt kompakter und zugleich klarer als auf den vorigen Platten der Band. Auch das Songwriting hat sich positiv entwickelt. „You Look Unwell“ ist die perfekte Mod Beat Nummer komplett mit Bridge und kurzem Gitarrensolo. Die sechs Tracks hier lassen mich aber auch an deutsche Beat Bands der Sixties denken. Sogar die Rattles klangen mitunter so ähnlich. Aber auch amerikanische Vorbilder sind zu erkennen wie etwa The Left Banke oder sogar die frühen Byrds oder Rascals. Was soll ich sagen, eine wirklich gelungene EP und ihre zweitbeste Veröffentlichung nach der Debüt Single aus dem Jahr 2012. ****1/2

 

 

7NotMyW.jpgThe Ar-Kaics – It’s Not My World / Distemper (7”,Goodbye Boozie Records)

 

Ja so klang Garage Rock, Garage Beat vor 50 Jahren. Und genau so klingt er noch heute. Jedenfalls bei dieser Band aus Richmond, Virginia. Die beiden Seiten dieser 7“ nehmen sich nicht viel. Beide sehr roh und archaisch vorgetragen und den Geist der 13th Floor Elevators beschwörend, der originalen aber. ***1/2

 

 

7CruelBird.jpgThe Galileo 7 – Cruel Bird / Nowhere People (7”, State Records)

 

Allan Crockford kennen wir von den Prisoners und diversen anderen Medway Bands. Mit The Galileo 7 ist das nun schon die zweite Single auf dem coolen Mod Beat Label State Records. Beide Tracks hier bieten großartigen Freakbeat Sound, Psych Pop und Mod Beat. Keith Moon hätte seine Freude daran. The Creation meet The Action meet The Eyes. Unglaublich, dass es sowas noch gibt! ****1/2

 

 

7Jessica.jpgJessica & The Fletchers – Marble Fountain / Crystal Tears (7”, Market Square Records)

 

Eine Power Pop und Trash Pop Band aus Barcelona ist das mit einer hübschen Sängerin. Nicht zu verwechseln mit den Jessica Fletchers, einer Power Pop Band aus Oslo. Die jungen Spanier hier tragen ihre beiden gut zweiminütigen Pop Hymnen mit viel Aplomb vor. An Eighties Girl Punk Bands aus England muss ich dabei denken und ans 53rd & 3rd Label. ****

 

 

7Louie.jpgLouie Louie – Out In The Streets / Miles Around (7“, Hidden Volume)

 

Die Debütsingle einer Girl Group aus Philadelphia. Zwei tolle Songs und ein sehr überzeugender Garage Pop Sound mit allem, was man so erwartet. Lieblicher Gesang, jangelnde Gitarren, aber auch viel Krach und scheppernde Drums. „Out In The Streets“ ist schon deshalb absolut bezaubernd, weil es so schlicht und doch mit genau den richtigen Zutaten aufwartet. Betörend! ****1/2

 

 

7DontDo.jpgPaul Orwell – Don’t Do As I Do, Just Do As I Say / Pleasure Pill (7”, Heavy Soul)

 

Dieses Mal ohne Gesang. Ein absoluter Mod Orgel Stomper, der an Stevie Winwood oder Graham Bond denken last. Die gut anderthalbminütige Flipside bringt es sogar noch besser auf den Punkt. Fetzige Orgel, sägende Gitarre und treibender Bass, dazu ein exakt auf den Punkt gespieltes Schlagzeug. Was will man mehr? ****

 

 

7PartyLights.jpgParty Lights – He’s Gonna Hurt You / Chances / Thick Skin (7“, Hidden Volume)

 

Garage Pop aus Brooklyn, New York. Zwei Frauen, zwei Männer, drei Songs. Vorgetragen mit viel Aplomb und deutlichem Selbstbewusstsein. Irgendwo zwischen Sixties Beat, Ramones und Modern Lovers mit einer gehörigen Prise Girl Power. Oder The Go-Go’s meet The Real Kids, wie ihr Label schreibt. ****

 

7Alfas.jpgThe Alfas – Feather From Yesterday / Slide Machine (7”, Beluga Music)

 

Letztes Jahr erschien die Debüt 10“ des Quartetts aus Stockholm. Nun also eine Single. Der Titel ist Programm. Wie eine Feder im Wind schwebt der Song auf stimmungsvoller Orgelmelodie daher. Unterstützt von verzerrten und sirrenden Gitarren und einem behutsam treibenden Schlagzeug, mit Tempowechseln und akzentuierten Breaks. Über allem ein voller Inbrunst schmachtender und doch kraftvoller Sänger. Stünde nicht 2016 und Schweden auf der Single, ich würde 1967 und Exil-Briten in Texas tippen. Und siehe da, dreht man die Single um, so erklingt ein Song der 13th Floor Elevators in einer famosen Interpretation. ****1/2

 

 

7Corduroy.jpgCorduroy Industries – Test Drive / Instant Bad Guy (7“, Heavy Soul)

 

In den 1990er war die Band Corduroy zumindest im UK geschätzt für ihre von TV und Filmmusik inspirierten Instrumentals. 1999 löste sich die Band auf. Aber die beiden Songschreiber Ben und Scott Addison schrieben weiter Filmmusiken und Melodien, die man wohl unter Easy Listening einordnen könnte. Unter der Überschrift „Music To Sell Products By“ brachten sie eine Download only EP raus. Zwei der Tracks sind nun als Vinyl 7“ 45 erhältlich. Keine Sorge, die Überschrift ist zwar nicht ganz falsch, doch diese beiden Tracks bieten musikalische Qualität und beste Unterhaltung. Sehr stylish und stilbewusst mit satten Bassläufen, vorzüglichen Orgelmelodien und dezenten Soundeffekten klingen die beiden Stücke wie aus einem Spätsechziger Kultfilm. ****

 

 

7CrazyMacy.jpgThe Flamin‘ Groovies – Crazy Macy / Let Me Rock (7“, Burger Records)

 

Da sind sie wieder! Und diese Single klingt, als wäre überhaupt keine Zeit vergangen. Dieser typische lockere Rock’n’Roll, einfach so aus der Hüfte gespielt mit tollen Gitarrenlicks, dezentem Feedback und unglaublichem Groove. Beide Songs geschrieben von Cyril Jordan und Chris Wilson. Unverwechselbar in Stil und Sound. Die Band spielt übrigens wieder in fast Originalbesetzung. Ok, Roy Loney ist schon lange nicht mehr dabei, aber am Bass ist wieder George Alexander. Nur der Drummer ist ein Neuer, Victor Penalosa heißt er. Am 1. Mai spielten sie ihren einzigen Deutschland Gig in Hamburg. Ich beneide jeden, der dort war. Diese Single ist schon jetzt eine der Singles des Jahres! *****

 

 

7Gewalt.jpgGewalt – Szene einer Ehe / Pandora (7“, InACar / Slowboy)

 

Erinnert sich jemand an Patrick Wagner und seine Band Surrogat? Das Label Kitty-Yo? – Patrick Wagner ist wieder da. Mit Helen Henfling und Yelka Wehmeier bildet er nun die Band Gewalt. Schwere, dröhnende Rhythmen zwischen Punk und Industrial. Patricks gepresst wütender Gesang ist sicher kein Schönklang. Und auch die Texte, die Parolen, die er da raus schreit, verstören eher. Die Gitarren hier klingen mehr wie Presslufthammer und Bohrmaschine. Bei „Szene einer Ehe“ ist es ein Drum Computer, der den Rhythmus vorgibt. „Was denn? – Was willst Du denn – von mir?“ Vier Minuten treibender Rhythmus, verzerrte Gitarren und Unbehagen pur. „Pandora, du Bitch“ auf der anderen Seite ist nicht viel weniger nervenaufreibend. Man muss diesen Krach schon mögen. Ein bisschen erinnert mich diese Single auch an die Pop Group und an Crass aus dem UK der späten Siebziger. Die waren allerdings im Vergleich hierzu fast schon melodiös. Und doch wirkt dieser Lärm auch befreiend, kathartisch. Schalldruck und Rückkopplung als Blitzableiter der Gewalt. ***

 

 

7Couldn't.jpgThe Magnetic Mind – Couldn’t Understand / No-One’s Child (7“, Heavy Soul)

 

Eine neu Single der Band aus London. Neo-Psychedelia im Spannungsfeld zwischen US West Coast, britischem Folk Rock und fast schon ein wenig Sunshine Pop. Schöner weiblicher Gesang, ungewöhnliche Breaks und eine Melodieführung, die gepaart mit archaisch anmutenden Instrumenten an so was wie Mittelalter Rock denken lässt. Aber keine Bange, sie singen weder Deutsch noch klingt hier sonst irgendwas teutonisch. The Magnetic Mind finden immer mehr ihrer ganz eigenen Stil und Sound. ***1/2

 

 

7Maiorano.jpgMaiorano And The Black Tales – Decontrol / Not Mellow Anymore (7“, Off Label Records)

 

Ein Italiener in Berlin spielt wilden und höchst unterhaltsamen Rock’n’Roll. Saxophon, Honky Tonk Piano und eine straighte Band, die den Vorsänger Alex nach besten Kräften unterstützt und voran treibt. Stampfender Rhythm & Blues auf der Flipside. Diese Musik könnte glatt aus einem alten Russ Meyer Film sein. Höre, staune, gute Laune! ***1/2

 

 

7Milky.jpgMilky Wimpshake – Velvet Pants / Interior-Exterior (7“, Tuff Enuff)

 

Ich bin ja gerade dabei, meine liebsten Singles 1979 Revue passieren zu lassen. Beim Hören dieser Single hier muss ich unwillkürlich an die tollen Do-It-Yourself Singles der späten Seventies denken. Milky Wimpshakes aus dem Norden Englands spielen dreisten, schnellen Punk Pop wie einst die Buzzcocks. Eingängig, frisch und mit einem Augenzwinkern. Dass es sowas noch gibt! Klasse! ****

 

 

7Nearly.jpgThe Peejays – Nearly Almost Famous EP (7“, Villa Bäh)

 

Eine Britpop Band aus Heidelberg. Diese neue EP ist nun schon die dritte Vinylveröffentlichung der fünfköpfigen Band. Eine Single und eine LP erschienen vor knapp fünf Jahren. Die Band besteht zum Teil aus gebürtigen Briten, was dem Gesang natürlich sehr zugute kommt. Das Titelstück der EP ist eine Midtempo Britpop Nummer mit deutlichen Anklängen an Oasis, ohne die typische Breitwandproduktion. Man lässt es differenzierter und auch etwas gefälliger angehen, fast etwas zu gefällig. „You“ ist eine kurze, flotte Power Pop Hymne, die durchaus an The Undertones denken lässt. Die wohl stärkste Nummer der Platte. „Shut The Door“ ist wieder Midtempo und sicher von Paul Weller inspiriert. Die übliche Boy Meets Girl Geschichte, wobei hier der Boy dem Girl den Laufpass gibt. Schließlich das nachdenkliche und etwas zweifelnde „Does She Love Me“. Ebenfalls stilistisch eindeutig Mod Pop. Leider bleibt der Song etwas blass. Insgesamt eine durchaus lohnende EP. ***1/2

 

 

7YouthOA.jpgYouth Of America – Navigator / Night Of The Comet (7“, The Great Pop Supplement)

 

Youth Of America, das ist ein Nebenprojekt von Simon Shaw und den Trembling Bells aus Glasgow. Mit dabei sind außerdem zwei zusätzliche Sängerinnen, Lucy Sweet und Sophie Sexon. Mit dieser Single frönen die Musiker/innen ihrer Vorliebe für US Power Pop der Seventies und Eighties. Entsprechend klingt die Single auch sehr nach den Bangles, den Go-Go’s und ähnlchen Bands. Wunderschöne Melodien und toller Harmonie Gesang, unterstützt von kraftvollen Gitarrenriffs und gelegentlichen Orgel Akkorden. Big Star mit Gurls. „Night Of The Comet“ ist zudem eine Hommage an einen Zombie Kult Klassiker gleichen Titels. ****

 

 

7LakeRuth.jpgLake Ruth – The Inconsolable Jean-Claude / The Prisoner’s Dilemma (7”, The Great Pop Supplement)

 

Eine Debüt Single haben wir hier von einem Trio aus Großbritannien. Alle drei waren bzw. sind auch schon mit anderen Bands aktiv. Die A-Seite hier ist dem französischen Film Komponisten Jean-Claude Vannier gewidmet. Und wie eine Filmmusik klingt der Track auch. Hervorzuheben ist der knackige Bass, der hier als Leadinstrument fungiert, sowie die sphärische Stimme von Allison Brice. Sehr hübsch. Auf der Flipside erklingt ein leicht psychedelisierter Folk Pop Song. ***1/2

 

 

7NobleKrell.jpgThe Noble Krell – The Velvet You / Not The Sun (7”, 13 O’Clock Records)

 

Über Timothy Gassen und The Marshmallow Overcoat hatte ich erst neulich berichtet. Seit dem vergangenen Jahr hat der Chronist des Garage Rock nun eine neue Band. Und dies hier ist bereits ihre zweite Single. Stilistisch immer noch tief in den Sixties verwurzelt. Fuzzgitarren, Schweineorgel und Tracks deutlich unter drei Minuten mit dem Flair von West Coast Pop und leicht psychedelischen Untertönen. ****

 

 

7Attack.jpgPaul Orwell – Attack / Let You Go (7“, Heavy Soul)

 

Er ist nicht zu bremsen. Wieder Freakbeat Gitarren Attacken und wilde Orgelriffs. Paul Orwell plündert weiter den R&B und Beat der Jahre 1965 bis 1967 und macht dabei nach wie vor eine prima Figur. Und wieder ist diese Single auf kriminelle 200 Stück limitiert. ****1/2

 

 

7RopeStore.jpgRope Store – That’s Not Good Enough / Get Me Out (7“, Heavy Soul)

 

Rope Store ist ein Duo aus Norwich und das hier ist die zweite Single der beiden. Musikalisch sind die beiden deutlich am britischen R&B der Sixties orientiert. „That’s Not Good Enough“ ist so eine Art Mod Stomper. “Get Me Out” gefällt mir sogar ein wenig besser mit seinem stotternden Start/Stop Rhythmus und seiner eingängigen Melodie. ***1/2

 

 

12SlimeTheBoogie.jpgSlime The Boogie – Burned (12”EP, self released)

 

Fünf Jahre sind vergangen seit die Berliner Band zuletzt eine Platte veröffentlichte. Sie steigern sich. Damals war es eine 7“ Single, jetzt also ein 12“ EP mit vier Tracks. Musikalisch alles beim Alten. Solider Punk Pop mit viel Aplomb präsentiert. Wer es lieber moderner mag, darf auch Post Punk dazu sagen. „Frustration“ transportiert eben das, ein Gefühl der Frustration, das sich die Band mit Druck von der Seele spielt. „Get What You Get“ und auch „Twitch“ sind absolut eingängige, markante Popsongs mit dem gewissen Twitch eben. Der Gesang von Lehua Lii Ludlow erinnert an die Pixies. Und auch sonst klingt hier Manches nach dem guten alten Alternativ Rock US-amerikanischer Prägung. „Burned“ ist nicht nur der Titeltrack, sondern auch der überzeugendste Moment der EP. Da will man die Nadel doch gleich wieder neu aufsetzen. ****

 

 

7Sugarfoot.jpgSugarfoot – I Love You All The Time / (What’s So Funny ‘bout) Peace, Love And Understanding (7”, Crispin Glover)

 

Sugarfoot ist ein Nebenprojekt des Motorpsycho Gitarristen Bent Saether, eine norwegische Country Rock Band. Und mit dieser Coverversion eines Songs der Eagles Of Death Metal wollen die Musiker ihren Tribut zollen für die Opfer des Anschlags auf Paris und das Bataclan im November letzten Jahres. Der Song ist schon im Original recht eingängig und hörenswert. Diese Country Version mit Slide Gitarre und Uu-Ah-Huh Chören im Hintergrund gefällt mir sogar noch besser. Irgendein Mädel spricht den Text dann auch noch auf Französisch dazwischen. Herzergreifend. Na ja, zum Nick Lowe Song auf der Flipside muss man wohl nichts weiter sagen. Diese Version hier ist schlicht toll! ****

 

 

12anydirtyparty.jpgAny Dirty Party – You Hate Me, I Kiss You EP (12“, Off Label Records)

 

Ein Rock Duo aus Rom. Einer, Renato, spielt Gitarre und singt. Der andere, Alessio, trommelt. Beide haben schon früh damit begonnen, Musik zu machen. Erst jeder für sich, dann in verschiedenen Rock, Blues und Punk Bands. Und nun seit Anfang 2014 zu zweit. Ok, die Konstellation ist spätestens seit den White Stripes nicht besonders neu oder originell. Die fünf Stücke auf dieser EP sind flott gespielt, rau und kraftvoll. Der Gesang klingt manchmal wie über ein Megaphon aufgenommen. Die Gitarrenriffs sind mehr Rock als Garage Beat. Dennoch hat die Musik nichts Breitbeiniges. Minimalistisch, druckvoll, nicht richtig Punk, aber auch nur wenig Pop. Fünf Tracks wie Schlagzeilen. ***

 

 

7BaronFour.jpgThe Baron Four – Walking Out / Can’t Find My Way (7“, State Records)

 

Eine ziemlich typische englische R&B und Beat Band. Eine Handvoll Platten sind bereits erschienen. Jede bei einem anderen einschlägigen Label. Ziemlich clever, finde ich. Diese hier klingt ganz nach den Sixties, genauer Mitte der Sixties. Und sie könnte auch aus Deutschland oder Skandinavien stammen. Dort klangen Bands damals ganz ähnlich. Die A-Seite ein R&B Stomper, auf der Flipside eine Beat Ballade mit Harmonika. ***

 

 

7GetGo.jpgThe Get Go – Typically English / Two Time Loser (7“, Crocodile)

 

Ebenfalls typisch für die Mitte der Sixties klingt dieses Trio aus dem Süden Londons. Und doch haben sie deutlich mehr Punch als vergleichbare Combos. Schneidende Gitarrenriffs wechseln mit verzerrten Soli. Dazu ein treibender Bass und intelligente Drum Fills und Rolls. Scharfe Bläsersätze vervollständigen das Bild. Schon die A-Seite zeigt einen Hang zum Spätsechziger Rock. Doch die B-Seite ist dann astreiner Rock, der stark an Free erinnert. ****

 

 

7HangingStars.jpgThe Hanging Stars – The House On The Hill / Endlessly Aimless / Mother Of Earth (7“, The Great Pop Supplement)

 

Die zweite Single von Richard Olsons neuer Band knüpft im Prinzip beim Vorgänger an. Schöner melodischer Gitarrenpop ohne allzu viele Schnörkel oder Verspultheiten. Der dritte Track „Mother Of Earth“ ist dann allerdings schon mehr Country Rock als Britpop. Insgesamt eine angenehme, sehr gefällige Single. „The House On The Hill“ ist eindeutig der stärkste und eingängigste Track. ****

 

 

7Kingston.jpgKingston Wall – I Feel Love / She’s So Fine (7“, Svart)

 

Ok, das ist keine neue 7“ 45, sondern ein Re-issue einer CD Single aus dem Jahr 1993. Die Band Kingston Wall war eine finnische Rock Band zwischen traditionellem Hard Rock und Acid Rock bzw. Neo Prog. Die Band war im Prinzip das Baby des Bandgründers, Gitarristen und Sängers Petri Walli. Er schrieb die Songs, die Arrangements, produzierte die Platten im eigenen Studio und brachte sie auf eigenem Label raus. Vom Ansatz her ähnlich wie Stephen Wilson. Eine Album Trilogie sowie eine Reihe Singles und EPs erschienen zwischen 1992 und 94. Ende 1994 löste sich die Band auf und ein halbes Jahr später nahm sich Walli, der an Depressionen litt, das Leben. Kingston Wall werden bis heute in Finnland kultig verehrt und die Platten wurden mehrfach wiederveröffentlicht. Auf dieser Single hier hört man „I Feel Love“ (Giorgio Moroder / Donna Summer) in einer sehr gelungenen Rockversion und „She’s So Fine“ (Noel Redding) in einer etwas heftigeren Fassung als das Original vom Album „Axis Bold As Love“. ****

 

 

7Mocca.jpgThe Moccascene – Disappointments / Back In 1969 (7“, no label)

 

Michell Gutiérrez Gómez ist Bassist der Band Más Shake und er spielte oder spielt auch noch in weiteren meist Cover Bands der Berliner Soul und Beat Szene. The Moccascene ist sein eigenes Band Projekt, das er nun auch schon seit vielen Jahren betreibt. Diese Single hier ist meines Wissens die erste Veröffentlichung der Moccascene, und sie ist sehr stark limitiert. Ganze 50 Stück wurden gepresst. Man bekommt sie wohl nur direkt von Michell oder bei Gigs von Más Shake. Beide Songs hat Michell selbst geschrieben. Er orientiert sich dabei stark an britischen Vorbildern von Paul Weller bis Noel Gallagher, wobei auch Paul McCartney nicht spurlos an dieser Produktion vorübergegangen ist. Beide Tracks Midtempo mit klarer Gitarre, sattem Bass, schleppenden Drums und schönen Keyboardklängen. ***1/2

 

 

7Fangz.jpgPaul Orwell – Fangz (extended cut) / Hypnotize (7“, Heavy Soul)

 

Pünktlich zu Halloween kam die wieder streng limitierte und natürlich sehr schnell ausverkaufte dritte 7“ 45 unseres neuen Freakbeat Helden heraus. Zählt man die Splitsingle vom Sommer mit, ist es gar schon die vierte. In Splattervinyl wahlweise rot/schwarz oder rot/weiß konnte man die Single bestellen. „Fangz“ ist soundmäßig etwas aufgemotzt und auch länger als der LP Cut des Tracks. Mit stark verhalltem Gesang und außerirdischen Orgelsounds erinnert das stark an Joe Meek Produktionen der Sixties, wäre da nicht die fette verzerrte Gitarre. Auf jeden Fall eine Single prädestiniert für die Disco und jeden Sixties Garage Beat oder Mod Allnighter. Auf der Flipside wird weiter auf der Gitarre gesägt, die Orgel malträtiert, und die Drums scheppern dazu. Auch hier stark verhallter Gesang und Soundeffekte bis zum Abwinken. Der Song hypnotisiert. ****1/2

 

 

7KellyStolz.jpgKelley Stoltz – 4 New Cuts (2x7“, Stroll On)

 

Diese Doppel-Single ist das neueste Lebenszeichen des Musikers aus San Francisco. Kelley Stoltz ist im Umfeld der Fresh & Onlys und Ty Segalls aktiv. Von ihm sind seit 1999 acht LPs und eine ganze Reihe Singles und EPs erschienen. Kein unbeschriebenes Blatt also. Seine Musik changiert zwischen Singer / Songwritertum und Power Pop, zwischen Garage Rock und modernem Alternative Rock. Die vier Tracks hier leben von klarem Gitarrensound, eingängigen Melodien und einer sympathischen Lo Fi Attitüde. Mich erinnert das an Jonathan Richman einerseits, an Lou Reed, ja sogar an Leonard Cohen andererseits. Mein Favorit ist „Put That In Your Pipe And Smoke It“. ***1/2

 

 

10compiled.jpgThe What…For! – Compiled! (10“EP, Screaming Apple)

 

“A collection of rarities and compilation tracks 1989 – 2000”, so heißt diese EP im Untertitel. Und genau das ist sie. Sechs Tracks sind hier zusammengetragen worden. Es geht los mit „Chicago“, einem Song, den Achim Reichel für die norddeutsche Beat Band The Phantom Brothers 1966 schrieb. Die Version der What…For! unterscheidet sich nur wenig vom Original. Sie ist vielleicht etwas punkiger und gehetzter. Es folgt „If You Don’t Treat Me Right“, im Original von den holländischen Outsiders. Auch hier ist die Aufnahme der Berliner deutlich schneller gespielt als das Original, bis hin zu dem in atemberaubendem Tempo runter geschrubbten Schweinesolo auf der Gitarre. Der dritte Track ist „I Ain’t Got You“. Ein Glanzlicht eines jeden What…For! Gigs. Der Song stammt von Calvin Carter und ist ein Blues Klassiker. The What…For! dürften ihn durch die Yardbirds kennen gelernt haben. Die Aufnahme stammt aus den Sessions zur einzigen What…For! LP und ist bislang unveröffentlicht. „Buzz The Jerk“ ist ein Pretty Things Song. The What…For! spielen ihn noch ungeschliffener und roher als es die Pretties damals taten. „Love At First Feel“ ist ein AC/DC Song aus der Bon Scott Ära. Und The What…For! machen daraus eine wilde ungehobelte Beatnummer mit Mundharmonika. Schließlich „Bad News Travels Fast“ von The Fuzztones, das hier weit mehr nach Beat und Garage klingt als das Original. Eine runde Sache diese Scheibe! ****

 

 

7DannyP.jpgDanny Punk – Danny Says / Make Believe (7”, Hiljaiset Levyt)

 

Danny Punk ist eine junge Frau aus Tampere, Finnland, die Musik macht ganz im Stil von Punk und Power Pop der späten Seventies. Live wird sie von zwei nicht ganz so jungen Punk Rockern unterstützt. Mit ihrem Irokesenschnitt, ihren Tattoos und ihrem ganzen Outfit erinnert sie irgendwie an eine Mischung aus Joan Jett und Gaye Advert. Musikalisch ist das hier mehr Pop als Punk, Punk ist eher die ganze Attitüde. Es gibt hier auch gar kein Schlagzeug. Akustische Gitarren, Tamburin, Bass und ja, auch elektrische Gitarre. Dazu herzallerliebste Background Chöre. „Danny Says“ ist im Original von der LP „End Of The Century“ von den Ramones. Und „Make Believe“ war eine Single 1969 von einer Bubble-gum Band namens Wind, deren Sänger war ein gewisser Tony Orlando. Es gibt aber auch eine Version von Joan Jett. Danny Punk orientiert sich jedoch mehr am Original. Sehr sympathische Single! ****

 

 

7Galileo.jpgThe Galileo 7 – One Lie At A Time / The God Of Gaps (7“, State Records)

 

Wer in der britischen Neo-Mod und Neo-Beat Szene einiger-maßen zuhause ist, wird die Musiker hier kennen.  Allan Crockford spielt Gitarre und singt, Paul Moss spielt Bass, Viv Bonsels bedient Hammond, Mellotron und Tambourine, und ein gewisser Mole sitzt hinterm Schlagzeug. Die Musik klingt wie man es von einer solchen Neo-Mod und Neo-Beat Band erwarten darf. Paisley Pop mit einer Prise Prisoners. Eingängige Melodien und treibender Beat. Sehr gefällig! ****

 

 

7GTVs.jpgThe GTVs – Organ Donor / Here’s A Thing (7“, Hidden Volume)

 

Eine Instrumentalcombo aus Philadelphia, deren Hammond und Beat Sounds sowohl zum Tanzen einladen wie auch einfach zum Zuhören und Genießen. Die Hammond Orgel ist das führende Instrument hier, und die Melodien sind absolute Ohrwürmer. Dabei klingt die Band eher britisch als amerikanisch. Feine Sache! ***1/2

 

 

7Insomniacs.jpgThe Insomniacs – Today’s The Way / Mr. Yesterday (7“, Hidden Volume)

 

Diese Band aus New Jersey gibt es nun auch schon fast ein Vierteljahrhundert. Wunderbaren Sixties infizierten Power Pop spielt das Trio der Brüder Wojciechowski. Die erste neue Veröffentlichung seit zehn Jahren ist diese Single. Und wieder hören wir hier zuverlässig zwei tolle Tracks, die Mod Attitüde, Pop Sensibilität und scharfen Garage Beat auf das Schönste vereinen. ****

 

 

7Miriam2.jpgMiriam – The Hand Don’t Fit The Glove / Take Me For A Little While (7“, Norton Records)

 

Die Zeit bis ihrem zweiten Soloalbum, das dieser Tage erscheint, verkürzt uns Miriam Linna auf das Vortrefflichste mit dieser Single, die wieder zwei nicht so bekannte Perlen aus den Sixties in neuer Interpretation offeriert. „The Hand Don’t Fit The Glove“ war 1967 die Debütsingle von Terry Reid, der mit 16 bei Peter Jay’s Jaywalkers als Leadsänger einstieg. „Take Me For A Little While“ stammt im Original von dem US Sänger und Songschreiber Trade Martin. Der Song wurde aber schon häufiger gecovert, von Evie Sands über Dusty Springfield bis Vanilla Fudge. Miriams Aufnahmen sind soundmäßig natürlich wieder dem typischen Sixties Girl Pop verpflichtet. Arrangement und alle Instrumente wurden auch diesmal von Sam Elwitt beigesteuert. ****

 

 

7DTS.jpgPaul Orwell – Never Be The Man / Lindsay Murray – 23rd Century Man (7“, Downtown Sound)

 

Von dieser Splitsingle gibt es nur 99 Stück. Und die wurden ausschließlich über die Facebook Präsenz von Paul Orwells Manager vorab verkauft. Wer sich rechtzeitig dort gemeldet hatte, bekam die Chance zum Erwerb des Vinyls. Über derart Veröffentlichungspolitik kann man trefflich streiten. Wie auch immer, ich war einer der Glücklichen. Orwell ist, so hört man, Fan des jüngeren Ritchie Blackmore. Und „Never Be The Man“ erinnert tatsächlich an eine Freakbeat Version von Deep Purples „Into The Fire“. Keine Ahnung wer Lindsay Murray ist, aber sein „23rd Century Man“ ist auch nicht von schlechten Eltern. Von einem hypnotischen Basslauf geführt erinnert der Track entfernt an Big Boy Petes „Cold Turkey“. Gefällt mir! ****1/2

 

 

7Squire.jpgSquire – Eight Miles High / Rain (7“, Hi Lo Records)

 

Mit dieser Single unternahm Anthony Meynell, Kopf der britischen Mod und Power Pop Gruppe Squire, ein Experiment. Er wollte mit dem originalen Vintage Equipment, das den Byrds damals zur Verfügung stand, und unter gleichen Studiobedingungen vollkommen analog ihren Hit „Eight Miles High“ nachspielen. Diese akribische Tüftelarbeit ist perfekt gelungen. Die Aufnahme von Squire unterscheidet sich vom Original nur in kleinsten Nuancen. Auf der Flipside hat sich Meynell dann die Beatles und ihre beste B-Seite vorgenommen. Hier ist das Ergebnis weit weniger gelungen. Die neue Aufnahme klingt im Vergleich fast schon anämisch. Der Bass ist viel zu dünn und der fabelhafte Groove des Originals fehlt leider auch. Schade. Ich weiß gar nicht, wie man diese Single bewerten soll. Für die Fleißarbeit kann man aber drei Sterne geben. Die Songs sind eh phantastisch!

 

 

7Trance.jpgThe Trance – Magic Sphere / Why Me? (7“, Dornbach Records)

 

Noch eine arg limitierte Single. Auch hier gibt es nur 99 Stück, aber noch sind diese nicht völlig vergriffen, glaube ich. Das liegt schlicht daran, dass The Trance leider ziemlich unbekannt sind und nicht aus London stammen sondern aus Wien. Dafür ist diese Single absolut großartig! Wäre sie wirklich ganz neu, sie könnte Single des Jahres sein. Die Aufnahmen sind jedoch schon 18 Jahre alt. Und die A-Seite „Magic Sphere“ erschien bereits auf dem einzigen Album von The Trance im Jahr 1997, allerdings nur auf CD. Die Band existierte von 1995 – 98 und spielte Psych Pop, Freakbeat und Mod Pop auf höchstem Niveau. Mich erinnert das sehr stark an The Vogue aus Wien, die schon 17 Jahre früher ähnlich überzeugend musizierten. Diese Single hier ist schon jetzt ein Klassiker, nicht weniger. Gitarrist und Sänger Norb Payr spielte u.a. bei The Jaybirds und The Subcandies. „Magic Sphere“ hat alles, was eine psychedelische Mod Pop Nummer braucht. Auch nach hunderten von Plays wird sie einem nicht über. Und „Why Me?“ steht dem kaum nach. Diese Single ist umwerfend und absolut makellos. Schnell zugreifen, es gibt nur 99 Exemplare! *****

 

 

7WrongS.jpgThe Wrong Society – To Be Free / She’s The Girl (7“, Hammer Kirche Vinyl)

 

Auch The Wrong Society aus Hamburg musizieren ganz im Geiste anderer Hamburger Jungs von The Rivets über The Chocolate Factory bis zu The Daisy Chain. Auch diese Single klingt ganz so, als wäre sie bereits vor rund 50 Jahren ent-standen. Schöne Orgel- und Gitarrensounds und zwei recht eingängige Songs, die bis hin zu den Texten die begeisterte Hingabe und zugleich Naivität des deutschen Sixties Beat widerspiegeln. ****

 

 

7HA.jpgHard Action – Dead Dogs / A Downright Cheat (7”, Svart)

 

Ein Punk Rock, Hard Rock Trio aus Finnland. Inzwischen sind sie zu viert, die Single hier entstand aber noch zu dritt. The Stooges und MC 5 fallen einem sofort ein, die eine oder andere Seventies Punk Rock Legende auch. Abgerissene Lederjacken, Sonnenbrillen, lange Haare und Bärte. Und genau so klingt die Single auch. ***1/2

 

 

 

Jess And The Ancient Ones – 13th Breath Of The Zodiac / White Witch Of Rose Hall (7“, Svart)

 

Ok, diese Single ist nicht neu, aber mir fiel sie erst jetzt in die Hände. Und in purpurfarbenem Vinyl wurde sie auch erst letztes Jahr wiederveröffentlicht. Die Band aus Kuopio um die Sängerin Jess spielt psychedelischen Hard Rock und gibt sich gern einen mystischen, bisweilen satanistischen Touch. Alles nur Show, meine ich. Aber durchaus hörenswert. ***

 

 

 

7Loons.jpgThe Loons – Miss Clara Regrets / Alexander (7“, Dirty Water)

 

The Loons aus San Diego, das ist die Band von Mike und Anja Stax, die auch das sehr lesenswerte Fanzine Ugly Things herausgeben. Neulich waren sie in London und spielten auf dem renommierten Le Beat Bespoke Festival. Bei der Gelegenheit wurde dann auch diese Single hier auf dem Londoner Dirty Water Records Label veröffentlicht. „Miss Clara Regrets“ ist ein famoser knapp zweiminüter Beat Stomper von der Band selbst geschrieben. „Alexander“ ist natürlich ein Cover ihrer erklärten Vorbilder und Helden The Pretty Things. ***1/2

 

 

 

 

7Lucifer.jpgLucifer – Anubis / Morning Star (7“, Rise Above)

 

Eine Hard Rock Band um die Sängerin Johanna Sadonis aus Berlin. Die Musiker kommen allerdings sonst aus London. Musikalisch liegt der Schwerpunkt auf den Seventies, Black Sabbath, Led Zeppelin. Aber nicht zuletzt durch den Gesang fallen mir auch Anneke van Giersbergen und The Gathering hierbei ein. Beide Tracks der Single basieren auf Blues Rock, bringen aber auch ein wenig Magick ins Spiel. ***1/2

 

 

 

7NK.jpgThe Noble Krell – Never Ever / Beware The Noble Krell (7“, Hidden Volume)

 

Timothy Gassen kennt man vielleicht noch von der Eighties Garage Combo The Marshmallow Overcoat. Das Nachschlagewerk „The Knights Of Fuzz“ über die Neo-Sixties Szene seit den späten Seventies ist auch von ihm. Nun hat er also eine neue Band, die auch wieder so klingt, als wäre sie am liebsten irgendwo zwischen 1966 und 1967 im Garage Pop Nirvana stecken geblieben. Mit viel rückwärts Gitarre, Farfisa Orgel und anderen Soundeffekten. Mind Blowing! ****

 

 

7Riverman.jpgNoel Gallagher’s High Flying Birds – Riverman / Leave My Guitar Alone (7“, Sour Mash)

 

Eine wunderbare Single für heiße träge Sommertage. Wir dösen am Flussufer und lassen uns vom Riverman dahintragen. Wir träumen von schönen rauen und einer verflossenen Liebe Auf der Flipside eine Ode an die Gitarre ganz im Stil von John Lennon. Feine Single, die bei jeden Hören noch besser wird. ****

 

 

 

Laura St. Jude – I Can’t Stop Loving You / Yours To Destroy (7“, Off Label Records)

 

Eine junge Sängerin aus Glasgow ist das. Mit den Amazing Snakeheads, die es inzwischen leider nicht mehr gibt, war sie viel live unterwegs. Ihre düsteren Balladen schreibt sie selbst. Erinnert mich ja ein bisschen an Nick Cave, ehrlich gesagt. Aber Lauras Stimme ist deutlich besser und auch ergreifender. ***1/2

 

 

7WP.jpgThe Wave Pictures – The Fire Alarm / Calling Me Home (7“, Moshi Moshi)

 

Leider ziemlich unterbewertet oder besser gesagt schlicht unbekannt sind The Wave Pictures aus England. Dabei haben sie schon viele wirklich tolle Platten seit ihrer Gründung 1998 veröffentlicht. Für ihr aktuelles Album haben sich die Drei mit Billy Childish zusammen getan. Und auch bei dieser Single ist der Trash und Beat Veteran aus Medway mit dabei. Das Erbebnis dieser Kollaboration ist rauer straighter Garage Rock. ***1/2

 

 

 

Jack White – That Black Bat Licorice / Blue Light, Red Light (Someone’s There) (7“, Third Man)

 

Schwarze Fledermaus Lakritze? Spuck es aus! Ja worum geht es in diesem Song eigentlich? Schon letztes Jahr auf dem Album „Lazaretto“ hat mich dieser Song etwas ratlos gemacht. Musikalisch typisch Jack White, roh, ungeschliffen und doch präzise und sehr passgenau. Aber der Text? Es scheint ihm nicht gut zu gehen, dem Jack. Auf der Flipside das Cover einer Big Band Nummer von Harry Connick Jr. Ohne Big Band natürlich. ***1/2.

 

 

7Arkaics.jpgThe Ar-Kaics – Always The Same / Let Me In (7”, Market Square)

Eine junge Garage Rock Band aus Richmond, Virginia, auf einem noch relativ neuen Label aus England, das von Paul Messis betrieben wird. Auf der A-Seite ein konsequent durchgehaltenes Gitarrenriff zu schlichter Melodie und krachendem Backing. Die Flipside etwas zurückhaltender mit so einem typischen moody Garage Pop Track, der einen unwillkürlich gefangen nimmt. Schön! ****

 

7Belltowers.jpgThe Belltowers – Here To Stay / Lovin‘ You (7“, Market Square)

Noch eine junge US Garage Band auf Paul Messis feinem Label. Dies Mal aus Orlando, Florida. Auch hier klingt die Musik, als sei die Zeit vor knapp 50 Jahren stehen geblieben. Herzzerreissender schlichter Garage Pop mit angedeuteten Psych Effekten und schöner Jangle Gitarre. Diese Tracks könnten auch von einem bisher verschütteten Nuggets oder Pebbles Sampler stammen. ****

 

7Blossoms.jpgBlossoms – Cut Me And I’ll Bleed / The Urge (7“, Skeleton Key)

Produziert von James Skelly (The Coral) und auf dem Coral eigenen Label Skeleton Key erschienen ist diese Single der britischen Band Blossoms aus Manchester. Leicht psychedelischer Britpop. Die A-Seite sehr einschmeicheld, trotz des etwas masochistischen Textes. Auf der Flipside geht es härter zur Sache, aber nur musikalisch mit verzerrten und recht exaltierten Gitarren. ****

 

7LoveM.jpgLove Messengers – Save My Soul / I Don’t Care (7“, Psychotron Records)

Eine moderne Freakbeat Combo aus Finnland sind die Love Messengers. Und sie covern auf dieser Single zwei Klassiker des Genres. „Save My Soul“ ist im Original von der englischen Band Wimple Winch. „I Don’t Care“ stammt von der isländischen Beat Legende Thor’s Hammer. Die Finnen erledigen ihre Aufgabe mit viel Aplomb und Bravour. Die Single ist natürlich limitiert und in blutrot gesprenkeltes Vinyl gepresst. ****

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